Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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J^/er Lebenden Geburtstage, der Dahingeschiedenen Sterbetage pflegen wir feierlich zu begehen, und so feiern wir heute das Geburtsfest unseres Landesherrn, Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs und den Sterbetag des verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenckel, des Stifters dieser ältesten Pflanzstätte für jüdisch^ Theologie in Deutschland. Die Aufgaben; die sich diese Anstalt gestellt, Rabbiner heranzubilden, die vom Geiste der Tora und der Erkenntnis zugleich durchdrungen seien, den angestammten Glauben mit modernem Wissen vereinbaren, konnte wohl seiner Zeit kaum wo anders so klar erfasst, gewürdigt und verwirklicht werden, wie gerade in Deutschland, wo eine . allgemeine Bildung allgemein verbreitet ist und die Tiefen der Wissenschaft von den Berufsgenossen durchforscht werden, wo Verstandesschärfe mit Gemütstiefe sich paaret und die Religiosität der Wissenschaft eine gewisse Weihe verleiht, Klarheit entlehnt. Diese geistige Höhe und Errungenschaft, die Deutschland erlangt hat, verdankt es aber zum grossen Teil seinen hochherzigen, für die materielle und geistige Wohlfahrt ihrer Untertanen bedachten Fürsten, die an der Hebung der Kultur und Industrie, an den Fortschritten der Kunst und Wissenschaft die lebhafteste und regste Teilnahme bekunden und sie überall nach Kräften zu fördern suchen. Gibt es doch kaum eine wichtige Frage im Staatsleben, der nicht unser Landesfürst seine Aufmerksamkeit zu wendet und mit der ererbten Pflichttreue und dem ihm eigenen Eifer tatkräftig näher tritt. Mit ausserordentlicher Willensstärke und Macht ausgerüstet, ringt er lediglich nach der Palme des Friedens, den er unablässig zu erhalten und zu befestigen bestrebt ist. Möge es ihm daher gelingen, dass unter seinem Szepter, unter seinem Einfluss Deutschland und das ganze Erdenrund der Segnungen des Friedens teilhaftig werden und sich erfreuen, möge es ihm gelingen, dass, wie er an der Spitze der Fürsten, so das deutsche Volk an der Spitze der Nationen voranschreite auf den Bahnen, die zu immer höherer Kultur, immer höherer Gesittung führen. Mögest Du, AUvater, ihm, unserem Kaiser und König, sowie dem ganzen kaiser-