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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1903-01-01 · 1903 · page 12

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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X 1 Verfasser häufig zum Kalam hinneigt, nachweisen lässt38). Ausser der Uebereinstimmung in gewissen Grundfragen sprechen für eine Bekanntschaft Ibn S.’s mit Saadia’s Emunot einzelne exegetische Aeusserungen39). Auch die Kenntniss der ״Lebensquelle“ Gabirol’s, mit dem Ibn S. die gleiche Richtung verfolgt, lässt sich als wahrscheinlich hinstellen, wenn auch entscheidende Beweise hierfür nicht vorhanden sind, da die beigebrachten Parallelen zum grossen Theile Gedanken betreffen, die dem Platonismus von Haus eigen und daher bei allen Anhängern desselben von vornherein zu erwarten sind40). m) Vgl. Guttmann, Die Philosophie des Saloraon Ibn Gabirol, S. 42 A. 5. *״) Mikr. 35 z. 30:ועוד כתיב מי יודע רוח בני אדם וכר ומלת מי יודע בכאן איני לספק אלא לאמת הענין כלומר מי היודע זה והגיע שבלו למעלה הזאת כבר נמלט ונצל und Saadia Ein , ed. siucki, s.96: כן אומר החכם מי היודע וכר הוא אמת לשתי הנפשות שהן כן בלי ספק רוצה בו כי מי שיעמוד על זה כבר הגיע וינצל. Ferner Mikr. 64 מי שיש לו דעת ישכיל טובת שני העולמים [Deut. 6, 24,25] הנה: בזה הפסוק, ebenso Em. IX, S. 132. 4*י) Dahin gehört die Lehre von der doppelten Materie, der Gedanke von der Nothwendigkeit der Selbsterkenntniss, von der Wiedererinnerung, die Anschauung vom Mikrokosmos, vgl. Kaufmann, Attributenlehre, S. 340 A. 156 und Guttmann a. a. 0., S. 43. Der Gedanke, dass die Erkenntniss und die* That den Menschen von der Fessel der Natur befreien (Mikr., s. 66 z. 20: והחכמה והמעשה הם המשברים מעליו עול מאסר הטבע), der sich ganz in der nämlichen Form bei Gabirol, Lebensquelle I, 2, findet, lässt sich zwar bei Plotin nicht nachweisen und ist scheinbar im Wesen des Neuplatonismus nicht begründet, kehrt aber so häufig wieder, vgl. Kaufmann, Studien, S. 73 A. 1 und לרכבי יצחק, Bd. 25 S. 10, dass man selbtverständlich an eine Entlehnung gerade aus Gabirol nicht zu denken genöthigt ist. Auch Hermes a. a. O. S. 19 u. 39 legt auf die That viel Gewicht. Die weite Verbreitung des erwähnten Ausspruches spricht dafür, dass er Einer Quelle entstammt. Wir kommen dieser Quelle vielleicht näher, wenn wir an eine auffallende Anschauung bei Abraham b. Chija הגיון הכפש, S. 5, erinnern. Im Namen der Weisen führt er den Gedanken aus, dass es auch für die Seele Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod gebe, die Gesundheit der Seele sei die Weisheit, die Krankheit Unwissenheit, Leben sei die Frömmigkeit und sittliches Handeln, das Gegentheil Tod. Dem entsprechend unterscheiden sich auch die Menschen nach ihrem Tode und zerfallen in vier Klassen (חכם וחסיד, חכם ורשע, אויל וחסיד, אויל ורשע), die, wie weiüäufig auseinandergesetzt wird, hinsichtlich der Rückkehr in die intelligible Welt sich ungleich verhalten, vgl. 122 שבילי אמונהa und Es. Chajim, S. 201 wo die gleiche Anschauung angeführt wird und offenbar Abraham b. Chija entlehnt ist. Die Auseinandersetzung bei Abr. b. Ch. bildet gleichsam den Commentar für den Ausspruch Ibn S.’s, warum erst die Vereinigung von Erkenntniss und That den Menschen von den Fesseln der Natur befreie und ihm die Rückkehr in die intelligible Welt bahne. Für die Anschauung A. b. Ch.״s ist der Ursprung bei Plato zu suchen, vgl. Phädon 82, wo nach der vorhergegangenen längeren Erörterung die Frage aufgeworfen wird, wie es denen ergeht, die sich der gemeinen bürgerlichen Tugend, die man Besonnenheit und

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