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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1903-01-01 · 1903 · page 11

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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IRI
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IX wotm man einen ungefähren Massstab hat, inwieweit auch sachlieh die Abhängigkeit des Einen grösser ist als die des Anderen. Zu den neuplatonischen Schriften, die der Verfasser gekannt zu haben scheint, gehört ferner die sogenannte Theologie des Aristoteles. Dafür sprechen, abgesehen von der wahrscheinlich aus der Theologie stammenden Bemerkung, dass Gott nicht durch Lieberlegung und Nachdenken schafft8*), zahlreiche Beweise aus dem zweiten Abschnitt des Mikrokosmos, welcher die Psychologie Ibn S.’s enthält. Keine sicheren Anhaltspunkte haben wir für die Benützung des Buches de causis, und vollends fehlt jeder Grund für die Annähme Kaufmanns, welcher eine Benützung Batlajusi’s vermuthungsweise ausspricht37). II. Was die Benützung einheimischer Quellen betrifft, so nennt der Verfasser auffallender Weise keinen seiner Vorgänger. Dass er das Buch יצירה gekannt, lässt sich voraussetzen und ergiebt sich überdies aus Mikrokosmos S. 21 Z. 8, wo ein Satz aus diesem Buche citirt wird. Doch ist ein Einfluss desselben auf den Verfasser nicht wahrzunehmen. Anders verhält es sich mit Saadia, dessen Richtung er zwar im Allgemeinen ferne steht, mit dem sich jedoch manche Ueberein- Stimmung namentlich im IV. Abschnitt des Mikrokosmos, wo der Lauteren £x£1J| S. 39, 519, 523, 750. Dass die Welt ein Gefangniss der Schuldlosen und ein Paradies der Schlechten sei (Mikr. S. 76), wird von den Lauteren, S. 523, als ein Ausspruch Muhammeds mitgetheilt. הנולדים für die zusammengesetzten Dinge bei den Lauteren S. 125 und sonst, לבובים S. 35 Z. 2 ist offenbar Uebersetzung von das bw den Lauteren häufig ist, S. 138 u. 140 und sonst. Ganz anders zeigt sich der Einfluss auf die Ausdrucksweise bei Bachja, vgl. Kaufmann, Die Theologie des B. J. P., S. 18 A. 1. 3G) Mikr. s. 56: ובן גייב א ן לומר שברא במחשבה ובעיון וכד שמחשבה ועיון אינם כ״א להוציא הדבר שאינו מובן וידוע ועם כל זה המחשבה מחודשת בעצם שהמחשב מחשב בדבר וזולתו, vgl* Theologie, S. 56 u. 168, wobei der Unterschied zwischen der Theologie und Ibn S. beachtenswerth ist. Wenn es in der Theologie heisst, dass das Nachdenken selbst erschaffen ist, so heisst das, dass das Nachdenken erst auf den unteren Stufen des Seins sich findet, während Ibn S. sagen will, dass das Nachdenken eine Veränderung im denkenden Subject voraussetze, da ein Uebergang von einem Gegenstand auf den anderen stattfinde. Dies nämlich bedeuten die Worte: המחשבה מחודשת בעצם, wenn man nicht den Text ganz umgestalten will, wozu aber keine Veranlassung vorliegt, trotzdem בעצם etwas auffallt. Die Dar• Stellung Ibn S.’s nimmt sich daher aus wie eine eigenthümliche Interpretation der Theologie. Vgl. auch Kaufmann, Attributenlehre, S. 319 A. 178. 37) Vgl. Kaufmann, Die Spuren des Albatlajusi, S. 34 A. 3. Der Vergleich zwischen Mikr. 58 Z. 3 und Batl., S. 41, beruht auf einem Irrthum, da es nicht הנביאים, sondern הנבראים heissen soll. Auch der Beweis A. 2 ibid. will nichts bedeuten, da die Vergleiche der Gottheit mit der Eins sehr häufig sind.

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