Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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ziehen23) und dass die wahre Einheit und das wahre Gute identisch seien (3. 67 Z. 9)2r). Dass jedoch nicht immer Aristoteles gemeint sei, geht daraus hervor, dass der Ausspruch des Philosophen (S. 37 Z. 15): ״Ich begehre das Wasser und enthalte mich desselben“ wahrscheinlich auf Plato zurückgeht28), und der Ausspruch (S. 42 Z. 5); ״Sterbet freiwillig und lebet Eurer Natur gemäss“ gleichfalls in einer Quelle Plato zugeschrieben ist26). Ebenso sind unter ״Philosophen“ nicht immer dieselben zu verstehen. Die Unterscheidung der Philosophen zwischen ersten und zweiten Substanzen (S. 9 Z. 32) ist aristotelisch; die vier Cardinaltugenden der Philosophen sind platonisch27); der Ausspruch, 23) Im Namen des Aristoteles wird der Aussprach mitgetheilt von Bachja ed. Jellinek S. 72, ebenso von Mokammes, vgl. Kaufmann: Die Theologie des Bachja Ibn P. S. 72 A. 2. 24J Vgl. die dem Aristoteles unterschobene Schrift de causis, ed. Bardenhewer S. 98 von Gott: ^>!3 xiii 2ף Republik IV, 439 wird die Existenz verschiedener Seelenvermögen daraus erwiesen, dass Jemand einerseits von der Begierde angetrieben, andererseits wiederum zurückgehalten wird; als Beispiel ist das Trinken gewählt: Oüxouv ei' Ttoxs aux^v avöiXxs 1 0.י<\.37נ0<(ז sispov o.'v xt £v siyj cc-xoü xoü oi^o.vto; zal ccjovtoc;, Äaicep ÖtjP'.ov, 17:1 xo ־juistv. 26) Ibn Sina, Orientalische Philosophie, ed. Mehren III, S, 52, hingegen im Musterstaat Alfarabis, ed. Dieter., S. 82, wird der Ausspruch als Ansicht vieler Alten mitgetheüt und erklärt. 27) Vgl. Mikrokosmos S. 38 und 67. Es bedarf keines besonderen Beweises, dass .מדע צדק תוחלת ענוד die platonischen Cardinaltugenden sind, obgleich Beer, Monatsschrift 1854, S. 163, dies übersieht und Rosin, Die Ethik des Maimonides, in seiner Skizzirung der Ethik Ibn S.’s die Wurzeltugenden Ibn S.’s nicht hervorhebt. Auffallend sind die Bezeichnungen ענוה und תוחלת für öoxppoauvy) und dvopsia, und man kann daraus ersehen, durch wie vielerlei Zwischenkanäle getrübt, die platonische Ansicht zu Ibn S. gelangte. Was ענוה betrifft, so beruht die Uebertragung vielleicht auf einer unrichtigen Auffassung des arabischen das sowohl Zufriedenheit wie Demuth bedeuten kann und in der ersteren Bedeutung sich einigermassen dem griechischen aoKppoauvy] nähert. Dass übrigens Ibn S. selbst ענוה sagen wollte und wir es nicht etwa mit einer fehlerhaften Wiedergabe seines Uebersetzers zu thun haben, geht aus der als Beleg citirten Schriftstelle hervor. Was תוחלת, Hoffnung, Zuversicht, betrifft, so ist es gleichfalls von dvZpzia verschieden, wenn auch eine gewisse Verwandtschaft sich annehmen lässt, vgl. Aristoteles 1116 a2: 0uasXx1<; 07j xi; 6 os.Xoc; %d»za ךäp (poßstxat 6 יס dvops«c evÄvx־a״;. Die Worte ibn s.’s jedoch: שאי אפשר להדבק הצרל! והענוה למי שהוא כסיל ולא למי שאומר שאינו מיחל erwecken den Verdacht, dass ihm der ursprüngliche Sinn des Wortes ganz abhanden gekommen ist. Um so bemerkenswerther ist es, dass wir diese Wiedergabe der vier Cardinaltugenden auch anderwärts finden, vgl. 98 שבילי אמונה d, wo es in der Antwort des Seelenarztes an den Kranken heisst: קח שרשי דעניד עם עלי דתוחלת ודתקיד ודוק« עליהם דליל ג׳ דתומד עם ורדי דחכמח ותן דכל במכתש דתשובד וכר. Es scheint דליל corrumpirt