Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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XLV 16. Abr am Russia (אברם רוםיא), also vermuthlich aus Reussen, ein Mann von glänzender Begabung und lockeren Sitten, reiste umher und vollzog Ehescheidungen und andere eherechtliche Acte, ohne von Jemanden dazu autorisirt zu sein. Jacob Weil, der glaubt, ihn in Augsburg (vgl. Stern III, 327 f.) kennen gelernt zu haben (vgl. RGA. 85. 128) und Isserlein (Pes. 255) erklären übereinstimmend seine B-itual-Ent- Scheidungen und Handlungen für unwirksam. Er muss in Breslau oder in dessen Nähe ansässig gewesen sein, da Weil und Isserlein sich an den Breslauer Rabb. Jochanan (Ho. 60) wenden. 17. Abraham von der stregin (Striegau), ״Hochs Abr. sust“ genant (Stadtarchiv K. 17 b, H. 5, p. 6a) schuldeten 1453 Hans Bolko czu poschke und Cunrad Sulcze von Grawnaw 10 Mk. und 1 Yierd. b. gr. (Stadtarchiv K. 17 b, H. 2, p. 9). 18. Swarczabraham war der Eigenthümer von 17 grossen und kleinen cantari (Trinkgelässen), die 1453 im Hause des Juden Jona gefunden wurden nach Aussage von dessen Frau Hester, Ho. 35 (O. 82). 19. Abrahammyne machte 1431 verschiedene Geldfordemngen vor Gericht geltend. Einmal heisst sie Hachlynni Abrahammyne (St.-A. F. Bresl. IY 3e 1430—1440). Vielleicht Wittwe eines der genannten Abr. (Ho. 3-18). 20. Baruch bekennt 1440 (ohne Datum), die 43 m. gr., die ihm Herzog Kanthner (III, 15) schuldig war, empfangen zu haben (Stadtarch. Lib. sign., p. 143). 21. Benisch, Stiefsohn des Isaak (Ho.44), hatte zusammen mit seinem Stielvater 1453 eine Schuldforderung von 3 Mk.b.gr. an Hans Seidel kretczmer czur kartschaw (K. 17 b, 2, p. 1) und besass Schöppenbriefe über 2 Schock gr., die ihm Hickel von Glage und 8 m. gr. und 1 fert, die ihA Siegmund scholtz von Heydrichsdorff schuldig war (das. p. 13). Ygl. auch Ho. 63. 22. Caiphas, Schwager Abrahams von Münsterberg (Ho. 13), gehört 1453 mit anderen Juden zu den Gläubigern des Judas von targowicz, der diesem 7 m. b. gr. schuldet (K. 17 b, 2, p. 1) und nebst seinem Schwager und dessen Bruder Ussiel (Hr. 105) zu den Gläubigem des Cuncze v. Rachnaw, der diesen zusammen 50 ung. Gld. schuldet (das. p. 9). 23. Chabjah [= Reckabjah] b. Manoach und seine Gattin Hechamah erhalten am 3. Mai 1451 von Pinchas b. Meir und seiner Frau Menuchah eine Generalquittung über alles Geld und Gut, dass diese ihnen zur Aufbewahrung gegeben und nun zurück erhalten haben (Urk. Liegn. Stadtarch. Mitth. von Sammter (1868), S. 121 ff. Z. IX, 125). Vielleicht war Abr. Menlyn (Ho. 6) sein Bruder. Ygl. Anh. IY, Ho. 2. 24. Chanen gehörte 7. Hovbr. 1452 zu den Juden, die in einem Rechtsstreit eine Forderung an Catharina Günther Rychterinn geltend machten und hatte am 9. Januar 1453 mit der Beklagten den 4. Termin (St.-A. F. Bresl. IY 3e 1450—1458). Vermuthlich identisch mit dem Chanina, von dessen Rechtsstreitigkeiten vor dem Rabbiner R. Jochanan in den Pes. des Isserlein 254 die Rede ist. Chanina sträubte sich, zur Entscheidung einer Rechtssache zu Gericht vorR. Jochanan zu kommen und erhielt, weil seine Heim-