Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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XXXV Anhang III. Verzeichniss 4er Juden, die von den ältesten Zeiten bis etwa zur Mitte des 16. Jahrhunderts in Schlesien gelebt haben. 1. in Breslau: F. 1390-1420. (Schluss.) 1. Abraham erhielt am 20. Jan. 1395 zugleich mit anderen Juden einen Schutzbrief auf drei Jahre (Geyder in Schles. Prov.-Bl. Bd. 108 [1808|, S. 3) und gewann 1401 einen Bechtsstreit in Sachen einer Geldschuld (Staatsarch. F., Bresl. IV, 3 c.). Zu seiner Entlastung zahlte Lenhard Richard an andere Juden 37 M. für den Herzog Senior (III, 4) am 3. März 1418 (vgl. Stobbe in Z. VII, 83). Er gehörte zu den Zeugen, die am 10. April 1426 eine Erklärung über die Verwandtschaft der Frau Kussiels mit Ichel von Reichenbach (St.-Arch. Neue Funde, Or. Pap.) abgaben und liess 19. Februar 1427 durch einen anderen erklären, dass er dem Gregor von Gregersdorf die Zahlungsfrist für eine Schuld, deren Bürge dieser war, bis acht Tage nach Pfingsten verlängere (Stobbe in Z. VII, 360). Am 28. Novbr. 1430 läugnete ihm Sweidiger Bogtschicz von Wolfersdorf{:‘ eine Schuld von 54 Mk. Gr. ab und am 5. Decbr. 1430, 20. Febr., 10. und 24. April 1431 finden Verhandlungen in der Angelegenheit statt. Schliesslich wird der Schuldner zur Zahlung von 8 Mk. Gr. verurtheilt (St.-A. F. Brsl. IV, 3e 1430—1440). Im Jahre 1427 schuldete ihm der Herzog Ludwig (IX, 23), Herr zu ״Lobin, Olaw und Haynaw44, 53 Mk. Gr. (O. 83). 2. Abraham von Butum erhielt am 20. Januar 1395 zusammen mit anderen Juden (vgl. Abr. 1) einen Schutzbrief auf 3 Jahre (Geyder in Schl. Prov.-Bl. Bd. 108, S. 3). 3. Benuseh erhielt am 20. Januar 1395 zusammen mit Abr. (No. 1) und Abr. v. Butum (No. 2) vom Rath einen Schutzbrief auf 3 Jahre (Geyder in Scliles. Prov.-Bl. Bd. 108, S. 3). Am 21. Septbr. 1414 erklärt Herzog Ludwig (IX, 19) von Brieg, Verweser von Liegnitz, dass die Stadt Brieg die Bürgschaft für 780 Mk., die er dem Juden Benisch, seinem Bruder Elyas, seinem Sohne Jacob und anderen Juden schuldig sei, übernommen habe (Orig. Staats-Arch. V, 20). Im Jahre 1416 schuldete die Stadt Breslau ihm, dem Elias und Jacob und dem Jacob von Kalisch zusammen 100 Mk. Gr. und 6 Mk. Gr. Zinsen (Stobbe Z. VI, 354). Am 11. Mai 1417 erklärt der Jude Benjamin v. Würzbürg, dass er sich mit Benesch und anderen hiesigen Juden verglichen habe und Niemandem wegen der Gefängnisshaft, in die er genommen war, etwas nachtragen werde (Stobbe Z. VII, 180). Von der Schuld von 1000 Mk., für die er (Benesch Jude, genannt Kessel) zusammen mit Helias dem Herzog Conrad Senior von Oels (III, 4) gebürgt hatte, bezahlen die Bürgen an Lenhard Richard am 18. Jan. 1418 die Summe von 465 Mk. und versprechen für 320 Mk. in acht Tagen andere Schuldbriefe des Herzogs zu übergeben und den Rest von 215 Mk. nächste Mittfasten zu bezahlen (Stobbe das. 181). Die 1000 Mk. schuldete