Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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100 Knechte, Bürger und andere ehrbare Leute, welcherlei die sein mögen, die seines Geräthes etwas bei sich gehabt haben und unserem gnädigen Herrn Bischöfe und den Seinen ausgeantwortet haben, oder in den Sachen Handreichungen gethan haben, und hat gelobt bei seinem jüdischen Rechte, dass er unseren gnädigen Herrn Bischof und die Seinen und alle, die ״ solches Geräth seinen Händen überantwortet haben, niemals zu ewigen Zeiten ansprechen solle und wolle mit Worten und mit Werken, geistlich oder weltlich, bei Verlust seines gesammten jüdischen Rechtes und Friedens, wo oder bei wem er den haben werde. Item so hat er daselbst gelobt bei seinem geschworenen jüdischen Eide, wenn er etwa Schuldbriefe besässe über die hochgeborenen Fürsten, Herzogen Conrad, Canthner genannt, Herzogen Conrad, den Dechant, und Herzogen Conrad den Weissen, unseres gnädigen Herrn Bischofs Brüder, dass alle diese Briefe, Geld und Schulden von vergangenen Weihnachten bis auf nächsten Weinachten ohne allen Wucher frei stehen sollten. Item daselbst hat er gelobt bei seinem geschworenen jüdischen Eid, dass alle Briefe, die er hat über Tomschiik von Tanfelde über Schulden, dass die von vergangenen Weihnachten an über zwei Jahr noch ganz ohne allen Wucher frei stehen sollen, Item am selben Tage ist vor uns gekommen der ehrsame Herr Thomas Mas, Domherr, und Namens des Ehrwürdigen Herrn Bischofs erklärt, dass Ichel Jude, den man nennt Michel Juden von Reichenbach, sich mit seiner Gnaden völlig geeinigt hat wegen der Sachen, um derentwillen er im Gefängniss gehalten war, und hat darum denselben Juden von seiner Gnaden wegen aller Sachen frei und ledig gelassen, und alle, die um seinen Willen in diesen Sachen gethan haben, sollen unverdacht bleiben. Auch hat der vorgenannte Herr Thomas gelobt, dass alle die Briefe, die derselbe Herr Bischof von unserem gnädigen Herrn Könige oder sonst von J< manden anders über denselben Juden ausgebracht hätte, welcherlei die auch wären, in Zukunft keinerlei Kraft und Macht haben sollen, geistlich und weltlich in keiner Weise.“ Man sieht, wie gründlich und erschöpfend das fünfzehnte Jahrhundert solche Dinge zu erledigen verstand. Als Michel aus dem Gefängniss entlassen wurde, war er ein gebrochener Mann.