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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1901-01-01 · 1901 · page 8

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1901
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
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— 86 — mieden werden1). Es sollte vielmehr ihrem Schwur Glauben geschenkt werden, wenn sie der Darstellung des Thatbestandes die einfache Formel hinzufügten: So wahr mir Gott helfe und Moses Gebote2). Bei Feuersbrünsten soJlten sie unbehelligt bleiben und in keiner Weise zur Flucht genöthigt werden3). Nur müssten sie, wenn das Feuer bei ihnen ausbräche, nach dem Stadtrecht eine Mark Groschen erlegen. Endlich übernahm die Obrigkeit die Verpflichtung, sie nach Ablauf des Friedens sicheren Leibes und Gutes bis zu zehn Meilen Entfernung von dem jetzigen Wohnort nach derjenigen Stadt zu geleiten, die sie sich zum Aufenthalt wählen würden4). Einige vorsichtige Leute, und darunter besonders diejenigen, die auch ausserhalb ihres Wohnortes Geschäfte zu machen gedachten 5), erwarben noch ausserdem für schweres Geld von den benachbarten Landesherren Schutz- und Friedensbriefe6) in der Ueberzeugung, 1) Vgl. Frankel, die Eidesleistung der Juden in theol. und List. Be- Ziehung, 2. AufL (Dresden, 1847), S. 2 ff. Stobbe S. 153 und für Schlesien das. S. 155, vgl. 263. 2) ״was mir der man adir dy frawe schawlt gipt, des bin ich vnschuldig, alz mir got helfe vnd Moyses ee“, soll die Formel nach der Urkünde vom 23. December 1398 lauten. Dagegen hatte nach dem c. 1400 geschriebenen Löwenberger rothen Buch — vgl. Stobbe a. a. O. — der Jude hinzuzufügen: ״unde ob du schuldich sis, daz dich biste di gicht unde di misilsucht, alse si bistunt naaman unde yezi, unde daz dich verburne daz himelische vuer, unde daz dich verslinde die erde, alse si tet nadap unde abyut unde dathan unde abyron, unde daz dich daz vallende übel biste, unde daz du virterbis an dime libe und an diner sele und an dime gute, unde daz dir gesche also lothis wibe .... unde daz din sant nimmer gemenget werde zu andirme sande, noch iuwerdes grüne, noch inkumes nimmes in abrahames schoz, noch inkumes nimmer zu der ufirstandunge, da cristen unde iuden unde heiden vor unsem schepfer irsten suln . . 3) Ueber die Gefahren, welchen die Juden beim Ausbruch einer Feuersbrunst ausgesetzt waren, s. oben S. 51, vgl. 52, Anm, 1. Im Jahre 1415, am 23. October, brach in Ratibor im Hause des Juden Daniel ein Feuer aus, welches fast die ganze Stadt einäscherte (Weitzel, Geschichte der Stadt Batibor, S. 88, vgl. Z. IV, S. 117). Von Juden in Ratibor erfahren wir dann erst wieder etwas im Jahre 1445. 4) Die letzten beiden Bestimmungen Hessen sich auch die Glogauer Juden am 25. Juni 1440 vom Herzog Wenzel (VIII, 1) und seiner Gemahlin Elisabeth verbriefen (Minsberg I, 320,. nach lib. niger, vol. II, No. 118, p. 401. Vgl. Berndt S. 8) und am 11. Januar 1450 vom Herzog Wlodko (VUI, 2) und seiner Gemahlin in ihrer Giltigkeit auf weitere 12 Jahre verlangem (Minsberg I, 321 u. Hb. nig. vol. II, S. 105, No. 29). 5) Das thaten z. B. die Schweidnitzer Juden schon um 1380, vgl. Aelt. Schweidn. Stadtb. fol. 21. 22. 24. 114 ff. Schmidt, Schweidnitz, I, 113. 6) Am 3. Mai 1415 geloben z B. die Rathm. der Städte Brieg,

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