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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 70

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 70)
Language
German
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144 diese Welt in solcher Schönheit und Ordnung geschaffen168) und die Seele mit den Sinnen ausgestattet, damit sie durch die Betrachtung der sinnlichen Formen und Gestalten sich zur Erkenntniss der intelligiblen Urbilder derselben erhebe169). Die sinnliche Erkenntniss bringt daher in der Seele keinen anderen Eindruck als den der Wiedererinnerung hervor, und die Seele gleicht nach der Wahrnehmung der sinnlichen Formen einem Menschen, der etwas von der Nähe aus betrachtet und dann nach Entfernung von seinem Gegenstände bloss einen Eindruck in der Phantasie und im Gedanken zurückbehält170). Daher hat die Betrachtung der sinnlichen Welt für den Menschen bloss den Werth eines Mittels und ist nicht Selbstzweck, vielmehr besteht der Nutzen, welchen die Seele aus ihrer Verbindung mit dem Sinnlichen zieht, in ihrer Reinigung und Läuterung, in der Erhebung zur Erkenntniss der intelligiblen Welt171). Die hier sich aufdrängende Frage, was denn das Herabsteigen der Seele in die Körperwelt bewirkt, wird von Gabirol beiläufig beantwortet durch die Bemerkung, dass der Mensch, der Endzweck der irdischen Schöpfung172), ebenso wie alles Andere ein Werk des Willens sei, und dass das Ziel, nach dem er streben müsse, die Erkenntniss der ersten Ursache, oder, wie es an einer anderen Stelle heisst, die Wiedervereinigung mit der intelligiblen Welt sei173). Die 168) Das heisst: er schuf sie nach den Vorbildern der Ideen, denn sonst wäre sie eben nicht schön geworden, vgl. Timaeus 29. 169) F. u. B. das. 170) Das. ויתחייב מזה המאמר שלא יהיה לידיעה החושית מהרשום בנפש זולת מה שזכרנו ושהנפש בהשיגה למוחש דומה לאדם משקיף לראות דברים וכשנפרד מהם לא נשאר אלא ראות הדמיון והמחשבה. was durch משקיף לראות ausgedrückt werden soll, ist nicht ganz klar. Die lat. Uebersetzung hat videnti multa. Wie aus den im arabischen Original abgedruckten Citaten des Mose Ibn Ezra, Monatsschrift 1899, S. 134 sich ergiebt, ist beiF. משקיף Uebers. von ebenso in eigenthümlicher Bedeutung bei Tibbon, Cusari V, 20 (ed. Hirschf. S. 351): השקיף «ל מדינה המלאכים. 171) F. v, 66 (B. v, 42, s. 332): והתועלת המגעת לנפש מקשירתה במוחשים .זכות הנפש וצרופה ויציאת מה שהיה כח נסתי אל הפעל ״*) Ethik, Anfang: .שהוא ענין הכוונה בבריאת כל הגופות וההוויות 1 ,1 (*״ (B. 1, 2, s. 4): וצריך עם כל ■זה שיבקש ידיעת העלה האחרונה אשר בעבורה היה .... כי הכל נופל תחת רצון האחד ית' וית,. Diese Finalursache ist die Vereinigung mit der intelligiblen Welt, wie gleich darauf erklärt wird, oder wie es B. I, 4, S. 6 heisst: Scientia propter quam creatus est homo est scientia omnium secundum quod sunt, et maxime scientia de essentia prima. Dass hiermit die im Text aufgeworfene Frage nicht beantwortet ist, liegt auf der Hand, denn wenn die Seele nichts weiter erreichen sollte, als die Erhebung zu jener Erkenntnissstufe, die sie vor der Verleiblichung eingenommen, so sieht man nicht ein, wozu sie überhaupt in die zeitliche Existenz herabgestiegen ist. Die Worte Gabirol’s bedürfen demnach noch der Ergänzung, und vielleicht muss man hierbei an die

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