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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 68

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720971--67-2724859
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142 seinen Versuch nur als misslungen ansehen, wie aus der folgenden Gruppaung der einzelnen Gegensatzpaare sich ergiebt. Es werden zum Gesichtssinn Stolz und Demuth, Scham und Frechheit gereeheet. Begründet wird die Zugehörigkeit dieser Gruppe zum Gesichtssinn durch die Thatsache, dass der Stolz und sein Gegentheil und ebenso Scham und Frechheit sich im Blicke kundgeben und auch im Sprachgebrauche mit dem Gesichtssinn in Verbindung gebracht werden160). Zum Gehör wird gerechnet Liebe und Hass, Barmherzigkeit und Grausamkeit, was durch einige Bibelstellen begründet wird, in denen die Liebe in Verbindung mit dem Gehör erwähnt wird161). Zum Geruchssinn gehörig sind: Zorn und Wohlwollen, Neid und Fleiss. Für die Zuzählung dieser Gruppe zum Geruchssinn ist Gabirol der Umstand massgebend, dass die körperliehe Erregung, die den Zorn begleitet, am Geruchsorgan, der Nase, sich äussert162). Schliesslich wird zum Geschmack Freude und Trauer, Reue und Gemüthsruhe, zum Tastsinn Freigebigkeit und Geiz, Tapferkeit und Feigheit gerechnet163). Wir sehen aus alledem, wie ganz äusserliche Beziehungen Gabirol veranlasst haben, zwischen gewissen Charaktereigenschaften und einzelnen Sinnen, die nichts mit einander gemein haben, eine Wesensverwandtschaft zu vermuthen. Sonst ist aus derri Inhalte, der zumeist aus ethischen Betrachtungen und Sinnsprüchen besteht, für die Psychologie wenig hervorzuheben164). 160) Das., s. 5. m) Das., s. 6. 162) Das., S. 7. Ausserdem wird vom Wohlwollen bemerkt, dass es von den Vorstellungen abhängig ist, die im vorderen Theile des Gehirns ihren Sitz haben und die ihrerseits vom Geruchssinn, der ihnen am nächsten von allen Sinnen ist, beeinflusst werden, vgl. oben S. 140, A. 149 und Sachs התחיה II, S. 15. 163) Das. 164) Es sind einzelne, durch das ganze Buch zerstreute Bemerkungen, die sich unter keinen einheitlichen Gesichtspunkt bringen lassen. S. 5 werden von Gabirol nach dem Vorgänge der griechischen Philosophen die Laster als Seelenkrankheiten und deren Beseitigung als Heilung der Seele bezeichnet, vgl. Jewish quart. rev. a. a. O. S. 169. Der Ursprung des Lasters wird S. 11 in der vegetativen Seele gefunden, da die höhere unvergängliche Seele von Gott rein und lauter geschaffen wurde. Hervorgehoben wird ferner S. 9 und sodann bei einzelnen Eigenschaften näher bestimmt die Bedeutung der physischen Beschaffenheit, der sogenannten vier Säfte, die den vier Elementen entsprechen, für den ethischen Charakter des Menschen. So ist die organische Grundlage des Stolzes, welcher besonders bei der Jugend angetroffen wird, die Wärme und die Gelbgalle (S. 15). Das Gleiche gilt von der Frechheit (S. 20). Unter אהבה, das bei Gabirol

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