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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 67

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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IRI
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141 Im Anschluss an die Lehre Gabirofs von den Sinnen mag auch der von ihm in seiner Ethik unternommene Versuch, gewisse Tugenden und Laster mit den einzelnen Sinnen in einen ursächliehen Zusammenhang zu bringen, kurz erwähnt werden. Es werden von ihm zehn Gegensatzpaare an die Spitze gestellt, und je zwei Paare jedem Sinne zugetheilt. Wie weit es Gabirol selbst mit der erwähnten Anschauung von dem Zusammenhänge gewisser Tugenden mit den einzelnen Sinnen ernst war, kann bezweifelt werden, wenn man die Aufgabe ins Auge fasst, die sich Gabirol bei Abfassung seines Buches setzte. Er hatte nicht die Absicht, ein erschöpfendes, in sich geschlossenes System der Ethik aufzuführen, sondern lediglich, einem Wunsche seiner Freunde entsprechend155), ein praktisches Handbuch der Moral zum populären Gebrauche zu schreiben156). Er schlägt daher kein streng wissenschaftliches Verfahren ein, es fehlt an jeder Definition der behandelten Begriffe157), noch viel weniger lässt er sich auf eine psychologische Zergliederung der erörterten Tugenden und Laster ein158). Praktische Erwägungen mögen ihn daher vielleicht bei der Anlage seines Buches mit bestimmt haben, Tugenden und Laster um die Sinne zu gruppiren. Im Uebrigen macht er sich selbst darauf gefasst, dass der leitende Gesichtspunkt, nach dem er verfährt, Anfechtungen erfahren wird, beschwichtigt jedoch seine Bedenken mit der Bemerkung, dass es ihm lediglich an der nöthigen Müsse fehle, denselben in ausführlicher Auseinandersetzung tiefer zu begründen159). Wie es sich aber auch damit verhalten mag, wir können ממין הבינה והוא ממיין החושים חצפונים. Dass Gabirol diesen Sinn mit dem Verstand in Verbindung bringt, beruht auf der von Aristoteles, de anima 421a 20 ausgesprochenen Anschauung, wonach der Mensch den feinsten Tastsinn hat und daher das verständigste Wesen ist: arjpsiov os xo xal iv xtp ־)־avsi xthv dvllpumov icapd xo aia8־rjxyjp10v xouxo slvat säusle xai acposi«;, rcap äkX0 os p.7j0sv• 01 piv yäp oxX7]pdaapxot dcpusT«; xyjv otdvotav, ot os p.aXax03apx01 sücdusi(;, vgl. Kaufmann a. a. O. S. 187, A. 24. 155) Das., S. 8. 156) Der Verfasser deutet dies selbst in der Einleitung, S. 13 an, vgl. auch das Urtheil Abraham bar Chisdai’s in der Einleitung zu seiner Uebersetzung des מאוני צדק, s. 3; Sachs in ם׳ התחיה n, 38; Munk a. a. S. 169; Jewish quarterly review DI, S. 166, A. 1. 157) In vielen Fällen ist es daher zweifelhaft, ob auch die Bezeichnung Tugend und Laster am Platze ist und nicht vielmehr ein anderer Name gesetzt werden müsste, vgl. Jewish quarterly review a. a. O. S. 174, A. 1. 158) Dies scheint Gabirol sich Vorbehalten zu haben, in einem grösseren Werke zu thun, Einleitung, s. 8; ובבד התנינו ליחס כל טב0 אל יסודו וכל מדד! אל טבעה וכו*. 18») Das. u. S. 13. 10

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