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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 57

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 57)
Language
German
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131 gleichzusetzen113). Allgemein fasst Gabirol seine Ansicht dahin zusammen, dass man sich die Verbindung zwischen Seele und Körper in der gleichen Weise vorzustellen habe, wie die Verbindung zwischen der intelligiblen und sinnlichen Welt überhaupt. Der Körper subsistirt in der Seele, wird von ihr umfasst und getragen in derselben Weise, wie der universelle Körper in der universellen geistigen Substanz subsistirt und von ihr umfasst und getragen wird114). Nicht der Körper ist demnach der Raum für die Seele, sondern sie ist der intelligible Ort für jenen, wie denn überhaupt das Niedere stets in dem Höheren ist und nicht umgekehrt115). Ebenso ist die 113) v, 4 (ß. v, 3, s. 262): ומה שיקל עליך ציור זה הוא שתצייר השתנות הגוף והנפש והשבל והם מתאחדים ... ובשתצייר זה ... יהיה עוזר אותך על ציור השתנות היסוד והצורה דומה בהשתנות הנוף והנפש יכו", in der lat. Uebersetzung ist z. 4 u. 6 diversitatem fehlerhaft für diversitas. Vgl. auch V, 7 (B. V, 6, S. 267). 114) n, 29 (b. 11, 24, s. 69): וצריך שתקיש קימת העצם הגשמי הכללי בעצם הרוחני הכללי בקימת הנוף בנפש ובמו שהנפש מקפת בנוף ונושאה אותו כמו כן העצב הכללי מקיף בנוף העולם הכללי ונושא אותו. Denselben Gedanken spricht Gabirol in einem seiner Gedichte aus, indem er die Seele anredet mit den Worten תשאי גויה נאלמה, worauf bereits Moreh ha־Moreh, S. 31 hingewiesen wird, vgl. Dukes, Philosophisches, S. 60, A. 1 und Senior Sachs in שירי השירים, S. 110, welcher bemerkt, dass Gabirol in Bezug auf den Inhalt des Gedichtes sich an den oben S. 41, A. 74 erwähnten talmudischen Ausspruch anlehnt. Was die Uebereinstimmung Gabirol’s mit Plotin betrifft, so sagt dieser IV, 3, 20, die gewöhnliche Vorstellung, die Seele sei im Körper, habe ihren Grund darin, dass der Körper sichtbar sei, die Seele aber nicht. Wäre auch die Seele sichtbar, dann würde man nicht mehr sagen, die Seele sei im Körper, sondern: sv xiu xcpicuxspio xo u.7] xoiouxov, xal sv -1p auviyovxi 0־ auvsyous.vov, xal sv xip u.7] psovxi xo psov. 115) III, 42 (B. III, 57, S. 207). Der Körper wird von der Natur, diese von der vegetativen Seele umfasst u. s. w. bis zum Geist. Das Gleiche gilt auch von den universellen Substanzen. Ebenso ist es eine Anschauung Plotins, dass das Niedere immer im Höheren ist, V, 5, 9: 7cs<puxsv oov xa piv uaxaxa sv xoli; icpo ccüxüjv uaxa'xotc, xa 0י sv ׳xpioxoic; sv xolc ׳xpoxspou; . . . Das.: ouos ^ap xo~o£ xö 00)\w. xfl <J»uyjfl, aXka 6uyyj p.kv sv vco, aä>u.a 03 sv cjwyjjj, voü; 0 3 sv «X/.10. Zu den etwas unklaren Schlussworten: ושהנפש הכללית תשא בל העולם ותצייר כל מה שבו ותראהו במו שנפשותינו הפרטיות נושאות גופותינו ותציירנה אותם ותראינה כל מה שבהם kann als Commentar dienen Plot. IV, 4, 24, wo die Frage, ob der Allseele und den Sternseelen Wahrnehmung zukomme, erörtert wird. Wenn wir nicht bloss Dinge von aussen auffassen,• heisst es da, sondern auch durch einen Theil den anderen, warum sollte nicht auch die Allseele wahrnehmen? Und gegen die Bemerkung Plato’s im Timaeus, p. 33, dem Kosmos seien darum keine Sinnesorgane verliehen worden, weil er solcher nicht bedurfte, denn er bedurfte beispielsweise nicht der Augen, da doch ausserhalb des Weltganzen nichts Sichtbares zurückblieb, um gesehen zu werden, wird der Ein wand erhoben, dass es ja nichts desto weniger einSichtbares drinnen gab und nichts hinderte, dass er sich selbst sehe (okV IvBov 7 3ץjv xal iauxov ooBav opav sxwXuasv). Man begreift daher, warum Gabirol bei der Allseele und dem entsprechend auch bei der Einzelseele nur von einer Wahrnehmung des eigenen Körpers und der in ihm vorgehenden Veränderungen redet.

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