Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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— 130 Welcher Art jedoch diese Verbindung zwischen Seele und Körper ist, und wie man sich ihr gegenseitiges Verhältnis zu denken hat, das bleibt noch näher zu untersuchen. Gabirol ergeht sich hierüber in mehreren Vergleichen, und die eigenthümliche Vereinigung von Seele und Körper dient ihm als Beispiel, um daran andere Verhältnisse zu erläutern. Diese Häufung von Vergleichen trägt jedoch nicht viel zur Klarheit bei, sondern verdunkelt weit eher den Gegenstand. Als Beispiele aus der Sinnenwelt, welche der Verbindung von Seele und Körper analog sind, führt Gabirol an die Verbindung des Lichtes mit der Luft, die einander völlig durchdringen und doch für sich bleiben, und ebenso die Vereinigung und das Ineinandersein von Gestalt, Farbe, Quantität und Substanz112). Auch das Verhältniss von Materie und Form, ihre Verschiedenheit trotz ihrer Vereinigung, ist dem Verhältniss von Seele und Körper הפשוט והנכבד דבק לגשם והוא העצם הנושא למאטרות. Das Wort דק ist zu streichen, wie aus dem Parallelismus der Glieder sich ergiebt, und fehlt auch Moreh ha־Moreh, S. 55, wo die Stelle wörtlich citirt wird. An unsere Stelle erinnert Cusari IV, 3 (ed. Hirschf. S. 241), wo im Anschluss an die Vorstellung von Mikrokosmos Gott als Pneuma, Geist und Seele der Welt bezeichnet wird. 113) in, 40 (B. iii, 57, s. 206): והסתכל בדבקות האור באויר ודבקות הנפש בנוף ודבקות השבל בנפש ודבקות מקצת חלקי הגוף בלומר התבנית והגוון והכסות והעצם וסדורם מקצתם במקצתם. vgl. Piotin iv, 3, 20—22 (Theoi. s. 28), welcher bemerkt, dass kein Vergleich zutreffend sei für die Art und Weise, in der die Seele dem Körper gegenwärtig sei, denn sie sei nicht im Körper wie in einem Raume, in welchem Sinne immer man das Wort nehme, auch nicht wie in einem Gefass. Ebenso sei sie nicht in ihm, wie die Qualität in ihrem Substrat, oder wie die Theile im Ganzen, oder wie das Ganze in seinen Theilen, oder wie die Form in der Materie. Nachdem er dann noch andere Vergleiche in Betracht gezogen, gelangt er c. 22 zu dem Ergebniss, die Seele sei dem Körper gegenwärtig, wie das Feuer der Luft, vgl. Joel S. 25 u. Guttmann S. 113, A. 2. Man ersieht daraus, dass es Gabirol mit seinen Beispielen nicht genau nimmt, denn er gebraucht auch solche, die Plotin als unzutreffend zurück weist. Was übrigens die von Plotin in Betracht gezogenen Vergleiche betrifft, so erscheint uns die Bemerkung Bouillets (les enneades de Plotin II, S. 304, A. 1) nicht richtig, wonach Plotin hier gewisse Ansichten über das Wesen der Seele im Auge habe, beispielsweise auch die der Stoiker, auf welche mit den Worten ei. \jltj apa otaoöasi tivi .... hingedeutet werde. Nicht bloss auf die Ansicht der Stoiker ist nicht Bezug genommen, weil in den angeführten Worten eine solche Anspielung dem ganzen Zusammenhänge nach nicht liegen kann, sondern Plotin hat überhaupt nicht die Absicht, hier gewisse Ansichten über das Wesen der Seele zu bekämpfen, er setzt vielmehr die richtige Ansicht voraus und fragt, wie man nach dieser richtigen Ansicht das Verhältniss von Seele und Körper sich vorzustellen habe. Was Plotin vorschwebt, ergiebt sich ganz deutlich, wenn man Aristoteles, Physik IV, c. 3 vergleicht, wo die Frage: 710aor/ßc, ak\o iv ak־kw> Xijszai behandelt wird und alle von Plotin erwähnten Arten aufgezählt sind. Schliesslich sei bemerkt, dass der Verfasser der Theologie (S. 30) anstatt ok3־s iv x<j> XcV(p T0 aöj\La etc. üjots iv t«> xsvcp [iv <«] to aa^a gelesen zu haben scheint.