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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 51

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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IRI
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125 mit den sonstigen Anschauungen Gabirol’s im Allgemeinen in Einklang bringen mag, so offenbart sich doch in derselben, welche schwankende Stellung der individuelle Geist bei Gabirol einnimmt; denn auf der einen Seite haben wir den von der Möglichkeit zur Wirklichkeit übergegangenen Geist, der aber ein Theil der Seele selbst und nicht substantiell von ihr verschieden ist, auf der andern Seite den auf die Seele influirenden, universellen Geist, und zwischen beiden steht unklar ist. der Mitte der individuelle Geist, der weder das Eine, noch das Andere ist. Es ist jedoch nicht zu verwundern, wenn bei Gabirol keine Klarheit zu finden ist über einen Punkt, über den auch sein Vorbild, Plotin, sich nicht mit wünschenswerther Genauigkeit und Bestimmtheit ausgedrückt hat97). Tmv 7uatotjav* sv •(dp toi; ׳icaiaiv 6 oüvqisi vou; i31־. Ssoxspov a7]|1atvojt£vov toü ouvd|LS1 — wofür nach Zeller (3) 3, 1, S. 797, A. 2 toü voü zu lesen ist — 0 xaiP e$1v VOüC, 037usp 6 hd T(1)V TsXsllOV «V&pu)ft(l>V .... TptTOV <37]ULCave)JL£VOV iaxt toü voo 6 evspfsi'qc voü;, 0 sst'.v 6 frjpodkv .... 6 xußspvcov to ~äv. Man könnte noch an andere Anschauungen, die daselbst mitgetheilt werden, denken, namentlich an die Ansicht des Plutarch von Athen, der Aristoteles im Platonischen Sinne interpretirt und als voü; in erster Bedeutung einen voü; xalP s£tv, in zweiter einen voü; xaö־’ s$1v xal svipjciocv, in dritter den voü; 6 früpaÖcv bezeichnet, allein der Wortlaut bei Gabirol spricht nicht für diese Annahme. Dass Gabirol die Bezeichnungen: erster, zweiter und dritter Geist aus irgend einer Quelle direkt entlehnt hat, ergiebt sich auch daraus, dass von ihm V, 25 (B. V, 19, S. 294) der thätige Geist als erster Intellekt bezeichnet wird. In Bezug auf diese Stelle ist noch zu bemerken, dass bei Gabirol unter שכל הפועל nicht, wie bei den arabischen Aristotelikem, der Engel der Mondsphäre, sondern der göttliche Geist, die erste Emanation, zu verstehen ist. Was ferner die hier im Namen der Weisen angeführte Behauptung betrifft, dass Form im eigentlichen Sinne nur der Intellekt sei, so istGuttm. S. 218, A. 1 zu vergleichen. 97) Die Unklarheit des Verhältnisses zwischen Seele und voü; spricht sich, wie Zeller (3) 3, 2, S. 579, A. 1 bemerkt, besonders V, 3, 3 aus, wo die Frage aufgeworfen wird, ob man den reinen voü; noch als einen Theil der Seele betrachten solle, worauf die Antwort erfolgt, er sei nicht ein Theil unserer Seele, aber unser voü;, dann wieder heisst es: *7) ^ixspov xai oü'£ >51jl^“£Pov• Auch Richter, neuplatonische Studien, Heft IV, S. 78 bemerkt, dass der besondere voü; bei Plotin leicht in demjallgemeinen aufgehe. 9

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