Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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beiden Erklärungen zusammen, so drückt sich in ihnen die eigenthümliche Stellung der Seele aus, es wird dieser zwischen den Erkenntnissgebieten des Intellekts und der Sinne eine vermittelnde Thätigkeit zugewiesen, welche in der Ableitung des Besonderen aus dem Allgemeinen und im Aufsteigen zum Allgemeinen vom Besonderen besteht. Trotz dieser verschiedenen Aeusserungen herrscht jedoch nicht volle Klarheit über das Verhältniss zwischen Seele und Geist, wie sich dies besonders in folgender Aeusserung zeigt, die an die Aristotelische Anschauung vom Nus anknüpft. Die menschliche Seele, sagt Gabirol, offenbar nach einer älteren Quelle, wird ״erster Geist“ genannt, so lange sie noch der Materie, die keine Form empfangen hat, gleicht, hat sie aber bereits vom universellen Geist, welcher ״dritter Geist“ genannt wird, die Form empfangen und ist hierdurch von der Möglichkeit zur Wirklichkeit übergegangen, dann heisst sie ״zweiter Geist“96). Wie man nun auch diese Bemerkung Gebiete des Selbigen zur Erkenntniss der sinnlichen Erscheinung. Diese Vermuthung wird bestätigt durch eine Bemerkung Plutarch's, welcher in seinem Commentar zur Psychogonie im Timaeus 1024 E zu unserer Stelle äussert, dass sowohl in der Bewegung wie im Erkennen der Seele das Element des Selbigen und Anderen nicht von einander ganz getrennt sind, sondern sich so verhalten, dass bald das Eine, bald das Andere überwiegt. Er beweist dies in Bezug auf das Erkennen, indem er sagt: q 03 xp01׳<; ap/a; 12ןv 3/31 ojo, 10 v 1s vü'jv .... x#1 y/jv awJbpiv .... £3 Xoyo; d|j1cpoFv, voyjat; 3v 10T; v07j10t; xal od£«z yivcpLsvo^ sv 101 c c.1a8־yj10F^ dpyavoii; 1s {1s1«£׳j cpaviaa[«13;!.׳ x«l yp0ju.svoc. Man kann daraus jedenfalls ersehen, dass der Gedanke, den Gabirol ausspricht, durch jene Platonische Stelle nahe gelegt war. Vgl. eine andere Auffassung bei Guttm. S. 187, A. 1. — Was die Zahlensymbolik betrifft, so ist als Parallele zu unserer Stelle die Aeusserung des Aristoteles, de anima 404b 21 zu erwähnen, wonach Plato in seinen mündlichen Vorträgen den voo; mit der Eins, das Wissen, 311317^־], mit der Zwei, die Meinung mit der Ebene, das ist der Drei, die Wahrnehmung mit dem Körper, d. i. der Vier, verglichen habe. Vgl. auch Plutarch, de placitis philosophorum I, 3, 19, wo eine ähnliche Ansicht dem Pythagoras zugeschrieben wird, was jedoch, wie Zeller (4). 1, S. 416, A. 2 annimmt, als eine blosse Entlehnung aus der angeführten Stelle bei Aristoteles anzusehen ist. 96) v, 52 (B v, 34, s. 319): כי הנפש הפרטית והיא הנקראת השכל הראשון היא בתחלה כחמר המקבל לצורה וכשקבל הצורה מהשכל הכללי הוא השכל השלישי יצא לפעל ויקרא השכל השני. Münk S. 127, A. 2 verweist auf die Lehren der arabischen Aristoteliker vom vous und ihre Unterscheidung von verschiedenen Formen in demselben. Guttmann S. 242, A. 3 meint, es liesse sich auch bei Plot. V, 1, 10 die Anschauung Gabirol’s wiederfinden. Allein die spezielle Bezeichnung der einzelnen Stufen im Nus erfordert einen genaueren Nachweis. Wir möchten daher auf Philoponus, de anima ed. Hayduck, S. 518, hinweisen, der die Ansicht des Alexander von Aphrodisias zusammenfasst in den Worten: itpwiov a7){1aivdy1evov X3yst iou voü 1äv ouvqui vouv, t03tcsp iaitv 6 hc\