Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
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123 durch eine andere ergänzt, welche das Verhältnis zwischen Seele und Geist sinnbildlich ausdrückt. Demnach gleicht der Geist der Zahl Eins, da er die Prämisse erkennt, die Seele der Zahl Zwei, da sie von der Prämisse zur Schlussfolgerung und vom Sein zum Anderssein fortschreitet, die animalische Seele der Zahl Drei, da sie den Körper mit seinen drei Dimensionen vermittels dreier Dinge, nämlich Gestalt, Farbe und Bewegung erkennt95). Fasst man diese r.arja “(uv ix -7j<; a1a97]a£(Us 'icap'/./CcHj.iviuv <&avt-73j1.a־(uv *d]v i:axpi3iv :coiou;1־vov . . . 7־] xat SEI Ttöv ix tgö voä iovtojv iccop«, otov -obzoizooz, Ritter a. a. O.. S. 593, A. 1. 95) iv, 19 (B. iv, 13, s. 239): דצדרת השכל דומה לצורת האחד מאחר שהיד. משיג למדקדמה האחת וצורת הנפש דומה לשנים מאחר שהיתר, מתנועעת מהמוקדמות אל התולדת ומההוא הוא אל הזולת וצורת הנפש החיונית דומה אל השלשה מאחר שהיתר, משגת הגוף בעל השלשה מרחקים באמצעות שלשה דברים והם התבנית והגוון והתנועה וצורת הטבע דומה אל הארבעה מאחר שהיתר, הטבע בעל כחות ארבעה. Hier kehren die Ausdrücke .הוייד und זולת, die wir bereits hatten, wieder, denn מההוא הוא anstatt מהויה ist bloss eine Emendation Munk’s nach der lat. Uebersetzung, die hier ab identitate ad extraneitatem hat, während sie oben die fraglichen Ausdrücke durch esse und non esse wiedergiebt. Auf uns macht es den Eindruck, dass an beiden Stellen jedenfalls derselbe Gegensatz gemeint ist, und auch die verschiedene Uebersetzung im Lateinischen setzt keine verschiedene LA im Original an beiden Stellen voraus, sondern ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass der Uebersetzer dieselben Ausdrücke dem Zusammenhänge nach verschieden wiedergeben wollte. Beides kommt übrigens vielleicht auf dasselbe hinaus, wenn man auf das, was Gabirol sagen wollte, näher eingeht, und das Seiende ist eben das ״Sichselbstgleiche“, das durch identitas, und das Nichtseiende ist eben das ״Andere“, das durch extraneitas wiedergegeben wird. Die Terminologie weist nämlich allem Anschein nach auf dfe Bezeichnung des Selbigen und Anderen (t«u6־v und to!*:spov) bei Plato hin, und zwar haben wir zunächst, wie sich weiter herausteilen wird, an die Anwendung dieser Ausdrücke im Timaeus p. 35 u. 37 zu denken. Wir können unsererseits absehen von dem Streite alter und neuerer Erklärer — vgl. Steinhart in der Einleitung zur Uebersetzung des Timaeus von Müller S. 243, A. 167 und Zeller (3) 2, S. 644, A. 3, u. S. 651, A. 3—, ob an der ersteren Stelle der Gegensatz zwischen dem Selbigen und dem Anderen gleichbedeutend sei mit dem dort gleichfalls er• wähnten Gegensatz zwischen der untheilbaren, idealen und der theilbaren, körperliehen Substanz. Aus der zweiten Stelle, wo gesagt wird, dass Vernunfterkenntniss und Wissenschaft hervorgehe, wenn die Seele den Kreis des Selbigen, wahre Vorstellungen und Ueberzeugungen hingegen, wenn sie den Kreis des Anderen beschreibe, was so viel bedeutet, als dass die wahre Erkenntniss es mit dem sich selbst Gleichen und ewig Seienden, die Vorstellung hingegen mit dem stets Wechselnden der sinnlichen Erscheinung zu thun habe, — aus dieser Stelle geht jedenfalls hervor, dass das Selbige auf dem Gebiete des Seienden, das Andere auf dem des Werdenden und niemals wahrhaft Seienden üb er wiegt. Demnach wird Gabirol beide Male wahrscheinlich dasselbe gemeint haben, wenn auch nach der lat. Ueber* Setzung scheinbar Verschiedenes ausgesagt wird, und zwar dürfte die Aeusserung Gabirol’s auch sachlich mit der zuletzt angeführten Stelle aus Plato zusammen• hängen, und die Thätigkeit der Denkseele, welche in der Mitte zwischen dem Geist und der animalischen Seele steht, wird demnach bestehen in der Bewegung vom