Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2720904-2720971--46-2724838
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

121 schränkten Sinne, wird dann weiter gesagt, gilt dies auch von der Seele, die gleichfalls zuweilen die Form der Wahrheit erkennt, weil sie der Substanz des Geistes nahe steht, d. h. mit ihm wesensverwandt und ihm ähnlich ist, während die animalische Seele wegen ihrer Entfernung vom Geist, das ist wegen ihrer Wesensverschieden־ heit, die Form der Wahrheit nicht vollkommen erkennt, sondern eine blosse Vorstellung von derselben zu gewinnen vermag, ähnlich wie das Sehvermögen bei allzugrosser Entfernung des Objekts dasselbe nur undeutlich erkennt90). Die Behauptung, dass der Geist die Wahrheit nicht verfehlen kann, während die Seele dem Irrthum ausgesetzt ist, hängt mit der anderen zusammen, dass die Seele des Nachdenkens und der Ueberlegung bedarf, während der Geist sein Objekt unmittelbar erfasst91). uns daher, dass die Worte eher bedeuten: wenn er durch sicherkennt, d. h. wenn seine Erkenntniss nicht entlehnt ist, und dass dasselbe gemeint ist, was Plotin vom Weltgeiste V, 9, 5 sagt: st 02 ־cn abzou xal s£ abzob v031, «׳jto; 23nv a vost. Dass Gäbirol hier keinen Unterschied macht zwischen dem Weltgeist und dem partikulären, ergiebt sich aus der sich daran schliessendcn Bemerkung über die Seele, dass sie zuweilen dem Irrthum unterworfen sei. Will man diese Stelle auch auf die Weltseele beziehen, obgleich man nicht weiss, was man sich hier unter dem Irrthum denken soll, so ist doch jedenfalls die Einzelseele nicht ausgeschlossen. Am Richtigsten ist wohl zu sagen, dass Gabirol überhaupt den Unterschied nicht vor Augen hatte. Dass Gabirol der Hauptsache nach dasselbe sagen will, was Plotin V, 5 mit der Behauptung, dass die Ideen nicht ausser dem voas seien, bemerkt bereits Joel S. 17. Im Einzelnen ist noch zu erwähnen, dass auch Plotin die Unfehlbarkeit des vous davon abhängig macht, dass er selbst die Wahrheit sei. Wären nämlich, bemerkt er V, 5, 1, die Ideen ausserhalb des vo3׳;, so wäre es ja auch denkbar, dass er zuweilen die Wahrheit nicht treffe. 9',)Das.:ועל כן היתד, עצם הנפש מב״ר לצורת האמת במקצת העתים מפני קרבד, מעצם השכל בלומר קרבת טבעה מטבעו ושהוא דומה לו והיתד, עצם הנפש החיונית לא תכיר זו הצורה הברה שלמה אלא לפי הדמיון מפני ריחוקה מהשכל כלומר ריחוק טבעה מטבעו 1 .והוא דומה בראות כי כשירחק מהמוחש תסתפק.עליו הצורה ולא יאמת אותהn dem in der Monatsschrift a. a. O. mitgetheilten Urtext heisst es לצורה אלעקל anstatt לצורת האמת, doch giebt Letzteres einen besseren Sinn. Dort ergiebt sich auch, dass תסתפק עליו הצורה richtig ist, während die lat. Uebersetzung hier verschiedene Lesearten aufweist. Auch Plotin V, 3,6 schreibt der Seele eine blosse Wahrscheinlichkeit (t:si8־oj\ dem Nus Nothwendigkeit (dvd־fz7j) zu. Eine genaue Parallele ferner zum Gedanken hinsichtlich der animalischen Seele ist Plotin V, 5, 1, wo es heisst, dass die Sinneswahrnehmung, weil ihr das Objekt im Gegensätze zum Nus äusserlich gegeben ist, bloss eine 00£« begründet: 01« zobzo ydp xal sv zaic, aiaftojasatv, oliiat, oux svsaTiv dXrftzw., dXkd §0£a, 01־ x«p«02youivr4 xai 01« zobzo ouaa «XXo 1C«p«02ys־«t «XXou ovtoq sxsi’vou, ou 1:050 0־ ~ap«02y2־:«» sys». 91) Ebenso sagt Plotin V, 5, 2, dass der Geist, weil er die Wahrheit in sich selber trage, auch in Wahrheit erkenne, und dass es darum für ihn kein Vergessen und kein Suchen nach der Wahrheit gebe (outoj (dp av xal 2!02tY4, xal dXrftvmc, 2102ן7׳, xal ojo! «v 27c׳.X«Hoito öüo’ av rapieXfroi £/]־&>).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.