Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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"';, ■ ■ "'■ ־ ■" ■■' .־ ' — : 16־1 — ' wenn sie auch substantiell von einander verschieden sind, im Verhältniss von Ursache und Wirkung zu einander. Darauf werden wir geführt durch die Erwägung, dass ihre Thätigkeiten von einerlei Gattung sind und unter den Begriff der Bewegung fallen, wenn sie auch nach dem Grade der Vollkommenheit sich unterscheiden. Sind aber zwei Dinge in einem Begriffe einander ähnlich und kommen in demselben überein, so ist dieser, auch dann, wenn er in beiden verschieden ist, als* Einer anzusehen, wie beispielsweise die Wärme im Feuer und in der umgebenden Luft, obgleich graduell verschieden, von einerlei Gattung sind und die eine ein Ausfluss der andern ist79). Das Gleiche gilt von den drei Seelen hinsichtlich ihrer Thätigkeit80), und zwar ist das Verhältniss von Ursache und Wirkung nach dem Grade der Vollkommenheit zu bestimmen, da das Niedere Ausfluss des Höheren ist und nicht umgekehrt81)• Es kommt nun die Thätigkeit der vegetativen Seele, die im Wachsthum und in der 79) Das.: Unum principiorum positorum est ut scias, quod duae res cum similes sibi fuerint in aliquo intellectuum et communicaverint in eo, quamvis ille intellectus aliter fuerit in uno quam in alio, tarnen debet esse unus. verbi gratia esse caloris in igne etc. 80) Die Aehnlichkeit versucht Gabirol im Einzelnen nachzuweisen, wobei er von der Wirksamkeit der Naturkräfte ausgeht, die, wie früher von ihm bemerkt wurde, das Anziehen, Festhalten, Assimiliren und Abstossen hervorbringen. Diese Thätigkeit ist nach seiner Ansicht von einerlei Gattung mit der Thätigkeit der vegetativen Seele, welche im Wachsthum und in der Fortpflanzung besteht. Wachsen nämlich heisst: die vegetabilen Theile vom Mittelpunkte aus nach der Peripherie hin bewegen, und ist daher mit der Bewegung des Anziehens und Abstossens verwandt, welche gleichbedeutend ist mit einer Bewegung der Theile der Nahrung in entgegengesetzter Richtung. Zeugen heisst, seines Gleichen hervorbringen, und ist dem Assimiliren ähnlich, das so viel ist, wie die Nahrung dem sich ernährenden Körper ähnlich machen Was schliesslich das Festhalten betrifft, so entspricht demselben bei der vegetativen Seele die Ruhe und das Nachlassen der Bewegung. In gleicher Weise sucht Gabirol eine Aehnlichkeit zwischen der Thätigkeit der vegetativen und der animalischen Seele darzuthun. 81) Das. S. 185: quod autem perfectius est, agit in minus perfectum et imprimit in illud. Folglich ist die Natur, da die von ihr verursachte Bewegung sich nicht wie die der vegetativen Seele bis zu den äussersten Grenzen des Körpers erstreckt, eine Ausstrahlung der vegetativen Seele, diese ein Erzeugniss der animalischen und so fort bis zum Geist, aus dem die drei Seelen stammen. Der hier ausgesprochene Gedanke, dass die Entwickelung von oben nach unten erfolgt, ist eine Grundanschauung des Neuplatonismus und tritt in dem Zusammenhange, in dem derselbe von Gabirol gebraucht wird, um so schärfer hervor, wenn man an die Bemerkung Plotin’s denkt, wonach nach der stoischen Ansicht, dass die Natur durch Abkühlung und Schärfung zur Seele werde, sich ergeben würde, dass das Schlechtere immer das Bessere hervorbringe, IV, 7, 8 (Theol. S. 37): ou^ßatvsi ouv kjtoi; to yzipov rcpä/cov icoisiv za! 7upo tgütou aXko IXaTiov, ijv /Jfooöiv 3?tv, 6 03 vouc uaT«־oc äizh r/jc cVjyf^r 07]X0vgti ־j3־v0|jl£vq;.