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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 41

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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IRI
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115 3. Kapitel. Die Seele in ihrer dreifachen Abstufung. Der Intellekt im Unterschiede von der Seele. Entsprechend der Bewegung des vegetativen Lebens in den Pflanzen, des animalischen in den Thieren und der Bewegung der Denkthätigkeit im Menschen unterscheidet Gabirol# drei Seelen als deren Ursache: die vegetative, die animalische und die rationelle Seele77). Dass wir es bei diesen verschiedenen Formen der Bewegung mit den Manifestationen verschiedener Substanzen und nicht mit verschiedenen Aeusserungsweisen einer und derselben Substanz zu thun haben, erhellt daraus, dass wir die drei Stufen des Seelenlebens getrennt von einander vorfinden78). Wir sehen, wie die Pflanzen auf die Funktionen der Ernährung, des Wachsthums und der Fort- Pflanzung beschränkt sind, während die Thiere noch damit das Vermögen der Wahrnehmung und der Ortsveränderung verbinden, und der Mensch ausserdem noch das Vermögen des Denkens und Schliessens besitzt. Gleichwohl stehen die genannten drei Seelen, 77) III, 27 und die folgenden Paragraphen, B. III, 46, S. 181 ff. Für הנפש החיונית gebraucht Gabirol auch die Bezeichnung העצם החש (V, 13) und הנפש החשה (v, 23), für הנפש המדברת auch הנפש החכמה, Ethik, Anfang. Ausser diesen Bezeichnungen, die der Aristotelischen Einthcilung im Ganzen entsprechen, nur mit dem Unterschiede, dass Gabirol von drei Seelen, während Aristoteles von drei Kräften redet, bedient sich Gabirol der Platonischen Trichotomie und redet Ethik, S. 24 von einer נפש בעמדת Wie Porphyrius bei Stobaeus (Eclog. I, 836) bereits richtig erkannt hat, hat Plato bei seiner Dreitheilung sich von ethischen Gesichtspunkten leiten lassen und dieselbe hauptsächlich zum Zwecke der Eintheilung der Tugenden aufgestellt, wodurch es sich um so leichter erklären lässt, dass auch Gabirol von derselben in seiner Ethik Gebrauch macht, da sie sich für die Ethik sehr geeignet erweist. In der allegorischen Erklärung der Erzählung vom Paradiese, die Ibn Ezra in seinem Namen mittheilt (אוצר נחמד II, S. 218) bedient sich Gabirol der Platonischen und Aristotelischen Terminologie zugleich: והאדם החכמה שקראה שמות, וחוד, כמשמעה הרוח החיה, והנחשהמתאוה, offenbar weil er der Ansicht ist, dass beide Eintheilungen einander entsprechen und bloss dem Namen nach sich unterscheiden, vgl. Dieterici, Anthropologie, S. 146, wo die Pflanzen- und die Begehrseele einander gleich gesetzt werden, ebenso die Zorn- und Thierseele. Diese Identificirung lag um so näher, als bereits Plato (Timaeus 77 u. Rep. 441) eine Analogie für seine Dreitheilung in den drei Klassen der organischen Wesen annahm, indem er den Pflanzen das Vermögen der Begierde, den Thieren auch den Muth zuerkannte, vgl. Aristoteles, de plant. 851a 21 Dieterici, Anthropologie, s. 138, Cusari v, 10: הצמח אשר לו קצת התש והשנה' Zeller (4) 2, S. 845, Siebeck I, S. 205. 78) B. (S. 182): quia si una substantia essent, non absolaretur herba in crescendo, nec animalia in sensu et motu, nec homines in cogitatione et cognitione.

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