Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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Andererseits aber ist sie auch Form, und da sie aus der intelligiblen Welt stammt, erkennend durch sich selbst in dem Sinne, dass alle Erkenntnisse, die sie im Laufe des Lebens erwirbt, dem Inhalte nach von Anfang an in ihr liegen und durch die Betrachtung der sinnlichen Welt ihr lediglich zum Bewusstsein gebracht werden. Jenes ursprüngliche angeborene Wissen ist die Erkenntniss der intelligiblen Dinge, der zweiten Substanzen und Accidenzen, die durch ihre Verbindung mit dem Körper momentan in ihr verdunkelt, jedoch durch die Betrachtung* der ersten Substanzen und Accidenzen, der Einzeldinge, wieder erhellt wird71). Sie ist demnach von Haus aus nicht blosse Möglichkeit, materielle An- יסודה וזה ענינה וסודה scheint der Gedanke zu liegen, dass die Seele, weil sie im Stande ist, das Unvergängliche zu denken, auch unvergänglich sein müsse, vgl. Plotin IV, 7, 8 (ed. Volkm. II, S. 130). Zu der B. I, 4, S. 6 angeregten, aber nicht weiter erörterten Frage, welche Erkenntnisse der Seele nach ihrer Trennung vom Körper verbleiben, ist auf Plotin IV, 4, I (Theol. S. 14) zu verweisen, wobei zu bemerken .ist, dass nach der Ueberschrift bei Plotin hiermit das zweite Buch der Aporien über die Seele beginnt, während in der Theologie diese Frage als erstes Problem über die Seele aufgeführt wird. Erwähnt sei noch die eigenthümliche Paraphrase der Worte: zai. 07} y.ai 071 ivDaöi« 0u3a sdzäzo za iy.su die als Beweis dafür aufgefasst werden, dass die Seele sich der Dinge hier nicht erinnere, da sie, noch hier weilend, wenn sie rein und lauter ist, nicht auf diese Welt, sondern auf die Dinge dort blicke, um wie viel mehr müsse dies erst der Fall sein, wenn sie ganz im Intelligiblen ist. Vielleicht las die Theologie sxi anstatt 071, wodurch diese Auffassung sich um so mehr empfahl. 1י) n, 11 (B. 11, 6, s. 35): מאחר שהיתר. הנפש נעדרת לידיעת המקרים השניים והעצמים השניים מעת הקשרה בגוף ואח־כ קנתה אותם כשראתה המקרים הראשונים והעצמים הראשונים ושוטפת בהם ועברה בהם התבאר בוה כי הוחקו לה המקרים הראשונים והעצמים הראשונים בלומר עולם הטבע והוכנו לה החושים בעבור שתשיג המקרים הראשונים והעצמים הראשונים. Die Worte והוחקו לה u. s. w. bedeuten nicht: es sind ihr die ersten Accidenzen und Substanzen eingeprägt, wie Munk übersetzt, denn diese sind ihr eben nicht eingeprägt, sondern die zweiten Substanzen und Accidenzen. Der Sinn ist vielmehr: es wurden ihretwegen die ersten Accidenzen und Substanzen nachgeahmt, d. h. als Abbilder der zweiten Accidenzen und Substanzen geschaffen, und והוחקו ist wahrscheinlich Uebersetzung des Passivums von Dieser Auffassung nähert sich die lat. Uebersetzung: proponuntur ei, wenn auch proponuntur den Sinn nicht genau wiedergiebt. Dass die hier vorgetragene Lehre nichts Anderes ist, als die Platonische Anschauung, wonach alles Lernen nur eine Wiedererinnerung sei, ist klar und ergiebt sich noch deutlicher aus der Parallelstelle V, 65 (B. V, 41, S. 331), wo der Ausdruck להתלמד ולהזכר vorkommt. Vgl. auch Plotin IV, 4, 24, wo bemerkt wird, dass der Seele für sich keine Wahrnehmung zukommen kann, zu welchem Zwecke immer die Sinne der Seele verliehen worden sein mögen, sei es der Erkenntniss halber oder um den Körper vor Schaden zu wahren: zal y).p d mi icpo; ־(va>a1v xip jjltj iv *jvdtasi ovtt* akV d|xa8atvovtt Bid oojupopav, xal tva dvau.v^aöiß oid XrJbjv* ob 710 p.7J7s iv ypsia ev 7^9ןן.