Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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106 sammenhange die Anschauungen Gabirol’s über die Menschenseele und den Menschengeist mit seiner metaphysischen Auffassung über die Weltseele und den Weltgeist stehen. In der That sind ja auch diese beiden nichts Anderes, als die im Menschen wirkenden intelligiblen Prinzipien in ihrer Erweiterung zu kosmischen Substanzen56), und wenn Gabirol, wie wir eben gehört, die Behauptung ausspricht, dass der partielle Geist und die partielle Seele dem Weltgeist und der Weltseele ihre Existenz verdanken, so könnten wir von unserem Standpunkte aus in einem anderen Sinne sagen, dass es sich umgekehrt verhält. Dass bei Gabirol in noch höherem Grade als bei Plotin die Weltseele nur eine Analogie der Menschenseele sei, erhellt schon daraus, dass er in der ersteren wie in der letzteren drei Stufen unterscheidet57). Um uns daher den Weg zur folgenden Darstellung zu bahnen, erscheint es thunlich, dass wir in Kürze die Auffassung Gabirol's über die Weltseele und den Weltgeist zusammenfassen. Im Allgemeinen deckt sich diese mit der Anschauung Plotin’s. Wie Letzterer nimmt Gabirol zwischen der ersten absoluten Einheit und der Substanz der Kategorien eine Reihe von Mittelwesen an, aus denen als die letzte Emanation die sinnliche Welt hervorgegangen ist. Zu diesen Mittel wesen gehört nach Gabirol die Weltseele und der Weltgeist, aus denen die Formen der sinnliehen Welt emanirt sind58), jedoch ist die Existenz dieser Formen in der sinnlichen Welt verschieden von ihrer Existenz in der intelligiblen, indem sie hier geeint sich vorfinden, dort aber getrennt, und in ihrem räumlichen Auseinandersein zur Erscheinung kommen59). 56) Vgl. die bereits angeführte Bemerkung Joels S. 11 und Seyerlein, Festrede, S. 20. 57) In diesem Punkte weicht Gabirol von Plotin ab, der eine doppelte Welt- Seele annimmt, eine höhere und niedere, von denen er die letztere zuweilen auch Natur nennt, vgl. Zeller (3) 3, 2, S. 539. Die Natur ist auch bei Gabirol vertreten, ausserdem aber unterscheidet auch er in der Weltseele drei Stufen, wie in der Einzelseele, wodurch der Parallclismus um so mehr zum Vorschein kommt. Hingegen stimmt mit der Darstellung Gabirol’s die Ansicht des Pseudo-Empedoldes, Sahr. S. 262 (H. II, 93), Überein. 58) iv, 24 (b. iv, 16, s. 247): והעולם הגשמי המורכב דמיון לעולם הרוחני הפשוט .... וא״ב יתחייב שיהיו הצורות השפלות משולחות מהצורות העליונות ובו• und sonst. 59) iv, 27 (B. iv, 16, s. 249): וכל הצורות השפלות נמצאות בצורות העליונית מציאות יותר פשוט ויותר ד״־ן u. in, 20 (B. 111,23, s.133): (die inteiiigibien) שאותן הצורות אינן במקום ואלו במקום ואותן הצורות מתאחדות בהתאחד העצם הרוחני ואלו מפורקות לפירוק העצם הגשמי. Ebenso Lautere Brüder, S. 219: *״Joü) ^.jl * ״ ■*ךl ur Lj*®