Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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— 101 — Anfänge der ״Lebensquelle״, wo dazu Gelegenheit geboten war, nicht hinweist, während er seine anderen verloren gegangenen Schriften bei Gelegenheit wohl erwähnt. Die nun folgende Darstellung beruht hauptsächlich auf den von Gabirol in seinem Hauptwerke entwickelten Ansichten, die wir durch Aeusserungen aus seinen sonstigen Schriften4451) ergänzen. 2. Kapitel. Wichtigkeit der Psychologie. Existenz und Wesen der Seele. Gabirol, dem ein Späterer hervorragende Kenntniss in der Seelenlehre nachrühmt45), betont gleich in den einleitenden Sätzen zur ״Lebensquelle״ die Wichtigkeit der Psychologie für die Wissen- Schaft im Allgemeinen. Die Erkenntniss, als die Thätigkeit des besten Theiles im Menschen, ist als die eigentliche Aufgabe des Menschen anzusehen46); das nächste Object der Erkenntniss aber ist der Mensch sich selber, damit er durch ־ die Erkenntniss seiner selbst zur Erkenntniss der Dinge, die nicht seine Wesenheit sind, gelange, sie umfasse und seiner Kraft unterwerfe47). Dieser Gedanke wird dann noch spezieller ausgeführt, 44*) Ueber diese, sowie überhaupt zur Litteratur über Gabirol vgl Stein- Schneider a. a. 0. S. 379 ff. und Guttmann S. 71 ff. «) Vgl. die Aeusserung ibnEzra’s in 11 אוצר נחמד, s. 218: ולא מצאתי לאחד הגדולים זד■ הסוד רק לד׳ שלמה בן נבירול שהיה חכם גדול בסוד הנפש. Die Bemerkung Kaufmanns in den während des Druckes dieser Arbeit erschienenen Studien über Salomo Ibn Gabirol, S. 67 hat uns nicht veranlasst, von der gewöhnlichen Auffassung abzuweichen, wonach unter סוד הנפש die Psychologie zu verstehen ist, und nicht, wie Kaufmann will, Geheimnisse überhaupt. Mit seiner Allegorese hängt diese Eigenthümlichkeit Gabirol’s insofern zusammen, als die von ihm angeführten Allegorien thatsächlich zumeist von psychologischen Anschauungen ausgehen. 46) 1, 1 (b. 1, 2, s. 4): ומאחר שהיה החלק היודע מחלקי האדם הוא הנכבד שבחלקי־ו ע״כ מה שצריך לו שיבקש הוא הידיעה, womit Joel s. 10 Piotin 1, 7, 1 vergleicht. Mose Ibn Ezra bedient sich unserer Stelle Zion II, S. 121, worauf Guttmann S. 66, A. 2 verweist, wobei zu bemerken ist, dass es nach dem arabischen Original, Welches Monatsschrift 1899, S. 135 mitgetheilt ist, אלגז אלעאלי anstatt חלק ה״ודע heisst. Vgl. auch Aristoteles, Nik. Eth. 1098a 15 u. 1177a 12. 4ז) Das.: ומה שצריך שיבקש אותן מהידיעה הוא הידיעה בעצמו כדי שידע בו הדברים שאינם עצמו כי עצמו. מקיף בדברים ומפלש בהם והיו הדברים נופלים תחת כחותיו. Es ist der neuplatonische Gedanke, wonach dieSeele* weil sie in der Mitte zwischen der intelligiblen und sinnlichen Welt steht, der natürliche Ausgangspunkt für die Erkenntniss der Dinge über und unter ihr ist. So Plotin, IV, 8> 1: icspl tivoq קסן