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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
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100 im Widerspruche mit den Anschauungen der Neuplatoniker. Nicht bloss wird. im Buche de anima die Ewigkeit der Seele geleugnet, sondern es wird auch die Präexistenz der Seele in Abrede gestellt und die gleichzeitige Schöpfung der Seele und des Körpers behauptet. Von neuplatonischem Standpunkte aus kann von einer zeitlichen Schöpfung der Seele nicht gesprochen werden. Es kann daher der Verfasser der Grundschrift kein Neuplatoniker von der Richtung Plotin’s sein, und ebensowenig kann Gabirol in Betracht kommen, da dieser aus drücklich die Praexistenz der Seele lehrt, weil er sich der Platonischen Lehre von der Wiedererinnerung anschliesst. Ebenso verhält es sich mit der Behauptung von der Vielheit der Seelen. Für die Araber gilt Plato als Vertreter der Lehre von der Einheit der Seelen, während Ibn S. als Vertreter der entgegengesetzten Ansicht gilt44). Als neuplatonisch erweist sich demnach nur der Inhalt des siebenten Capitels, in dem auseinandergesetzt wird, dass auch die Seele aus Materie und Form zusammengesetzt sei. Es lässt sich daher nur behaupten, dass Gundisalvi vielleicht die eine oder andere Anschauung von Gabirol entlehnt habe; davon jedoch, dass den ersten sieben Capiteln eine verloren gegangene Schrift Gabirol’s zu Grunde liege, kann, soweit aus den! Inhalt geschlossen werden soll, nicht die Rede sein. Ob Gabirol überhaupt eine Schrift über die Seele verfasst hat, erscheint zweifelhaft, da er auf eine solche Schrift im quattuor sunt .... bis zu Ende stimmt fast wörtlich überein Emuna r. S. 23: . . . דברים n וזה שהעצם יאמר מל, und Ibn Daud folgt bekanntlich zumeist den Fusstapfen Ibn S.’s, so dass wir auch hier auf diesen als Quelle zurückgeführt werden. 44) Vgl. Al-Gazzali a.a.O. S. 10: (nämlich von der Vielheit der Seelen)^5|״il * ♦ ♦ ^100^1 ^5. Danach ist die Aeusserung Ibn S.'s in der Gabirol fälschlich zugeschriebenen Abhandlung über die Seele bei Edelmann, חמדה גנוזה, S. 2 aufzufassen. Die Vielheit der Seelen, meint Ibn S., schliesst die Präexistenz aus, denn wären die Seelen präexistirend, so müssten sie eine Einheit bilden, da Dinge gleicher Art der Zahl nach nur verschieden sein können durch die Materie, nicht aber durch die Form, die Seelen aber blosse Form sind. Anders Guttmann S. 16, A. 1, vgl. auch תורות הנפש, s. 5 und Mehren, Traites mysüques III, S. 57, wo es den Anschein haben könnte, als wäre Ibn S. mit sich selber nicht einig, ob er der Aristotelischen oder der Platin ischen Anschauung den Vorzug geben solle. Wahrscheinlich ist aber die fragliche Stelle ein späterer Zusatz. Was die eben erwähnte Abhandlung bei Edelmann betrifft, so gehört sie schon darum nicht Gabirol an, weil in ihr die gleichzeitige Entstehung von Seele und Körper und die Vielheit der Seelen gelehrt wird.

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