Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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99 Bemerkung, dass alle Arten der Bewegung auf die räumliche zurückgehen41׳), vereinfacht, und es wird daraus, dass die räumliche Bewegung der Seele nicht zukommt, geschlossen, dass auch die anderen von ihr zu verneinen sind. Diese ganze Auseinandersetzung und das Resultat, dass die Seele ruhend bewege, ist nicht neuplatonisch und widerspricht sowohl der Platonischen Definition, wonach die Seele die sich selbst bewegende Substanz sei, als auch der Aeusserung Gabirols, dass Alles, was sich selber nicht bewegen könne, auch nicht im Stande sei, Anderes zu bewegen42). Gerade auf die Widerlegung dieses Satzes sind die Ausführungen bei Aristoteles gerichtet. Das zweite Capitel, das vom Wesen der Seele handelt, lässt deutlieh erkennen, in weicher Weise Gundisalvi bei seiner Compilationsarbeit verfuhr. Es diente ihm für dieses Capitel als Quelle Costa ben Luca und J. S.43). Der Inhalt von Capitel 3, 4, 5 steht entschieden Worten: Sed quia aliquando gaudet et aliquando tristatur (S. 86) wird die Frage von einem neuen Gesichtspunkt aufgenommen, womit Arist. de anima 408a 34: suXofoycspov 00 יh:op־q3s1sv av ti; 7Z£pt ccjt/jc; tu; xivouu-iv/]; ... zu vergleichen ist. 41) de anima 406a 12: rjj.5rJ\ yap a\ Xs'/D-siaa׳ x1v7j3si; iv ססדסד). 42) B. III, 7 S. 92: et omne, quod non potest se movere, non potest movere aliud. An das Ergebniss, dass die Seele unbewegt bewege, schliesst im Buche de anima sich die Erörterung, dass auf fünffache Weise etwas von einem Unbewegten bewegt werden könne, womit Costa ben Luca, de differentia Spiritus et animae S. 133 zu vergleichen ist. Die Bemerkung Löwenthal’s S. 87, A. I erscheint uns nicht zutreffend, da die Erörterungen im Anfänge und am Schluss auseinander zu halten sind, weil es sich in dem einen Falle um die verschiedenen Arten der Bewegung, in dem anderen um die verschiedenen Ursachen derselben handelt. 43) Auf Costa ben Luca weist bereits Steinschneider a. a. O. S. 23 hin, doch ist nicht das Ganze diesem entlehnt, die zweite Quelle Gundisalvi's war wahrscheinlich Ibn Sina. Von den Beweisen für die Substantialität der Seele findet sich bloss der eine: Quicquid recipit contraria, cum sit idem et unum numero substantia est, auch bei Costa ben Luca S. 131. Die Beweise für die Unkörperlichkeit der Seele, beginnend mit den Worten: ״ponamus aliquem hominem“ .... bis: ״quare anima non est virtus corporalis“ hat auch Ibn Sina. Das Beispiel eines in der Luft geborenen Menschen gebraucht er Isarat S. 119, der Rest findet sich ZDMG 29, S. 365, vgl. auch Gazzali, Tahafut, S. 74 ff. Mit den Worten: Item quod anima non est corpus sic probatur kehrt Gundisalvi wieder zu Costa ben Luca zurück, und es werden die dort gegebenen Beweise zum Theil angeführt. Aus der Auseinandersetzung über die Definition des Aristoteles, zu der im Allgemeinen sowohl Costa ben Luca S. 134—137, wie Ibn Sina a. a. O. S. 344 — 46 zu vergleichen ist, heben wir besonders hervor die Bemerkung: dicens ergo viventis potentialiter ostendit id tantum corpus per animam perfici, quod ante animam habuit potentiam vificari, quod paene idem significat instrumentale, scilicet cui possibile uti actibus vitae. Diese Erklärung, die auch Ibn S. und Costa b. L. geben, geht zurück auf Themistius, der in seiner Paraphrase zu de anima, ed. Spengel, II, p. 74 sagt: ef/jlfypiv oüv zu opjavix'jv vouiaxiov zou o'jvau.21 Cur/jv i^ov-oc;, xal oefy akku uiv tojtoü, ak\o 02 ixsivou a7ju.c/.1vovT0Q. Auch mit dem Absatz (S. 86): cum autem