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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 20

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720971--19-2724811
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94 beachtenswert!! die Angabe Falakera’s, der im Vorworte zu seinem Auszuge aus der ״Lebensquelle״ bemerkt, Gabirol folge wahrschein״ lieh den Anschauungen älterer Philosophen, namentlich denjenigen des Empedokles, der die gleichen Ansichten wie Gabirol über die Zusammensetzung der intelligiblen Welt aus Materie und Form entwickle. An einer anderen Stelle bemerkt er gelegentlich, dass die Lehre vom göttlichen Willen älteren Quellen entlehnt sei32). Auf Empedokles verweist auch Josef Ihn Saddik bei einer bei״ läufigen Erwähnung des göttlichen Willens33), und schliesslich redet auch Sahr. in seiner Darstellung der Lehre des Empodekles vom göttlichen Willen, der, wie die Weisheit und die Kraft und die anderen Attribute, vom Wesen Gottes nicht zu trennen sei, sondern mit diesem zusammen das Wesen selbst ausmache. Es lässt sich nach alledem annehmen, dass die Lehre vom Willen bei Gabirol nicht etwas völlig Neues ist, wenn auch nach dem kurzen Berichte Sahr.’s, der möglicher Weise obendrein nicht ganz genau ist, sich nicht angeben lässt, wie weit die Uebereinstimmung reicht. Schliesslich weisen wir noch auf eine bisher nicht beachtete Stelle hin, die gleichfalls darauf hinführt, dass Gabirol seine Lehre älteren Quellen entlehnt hat. In der Darstellung, die Sahr. von der Lehre Mu‘ammar’s giebt, werden diesem Ansichten zugeschrieben, die bei näherer Prüfung es als sicher erscheinen lassen, dass Mu‘ammar den Neuplatonikern folgte, und in der Aeusserung, die überall mit einer Fälschung zu thun haben, wo in der lat. Uebersetz. vom ״Wort“ die Rede ist, erscheint uns zweifelhaft. In der von Guttmann angeführten Stelle aus Theol-, S. 128 (Uebers. S. 129) wird im Original thatsächlich der Ausdruck *Jtf (= gebraucht, und auch sonst kommt das Wort in der Theologie häufig vor, namentlich gegen Ende, und zwar in der Bedeutung Begriff oder Kraft, daher ist vielleicht verbum an vielen Stellen bloss eine wörtliche, irreführende Uebersetzung. In Wirklichkeit aber kommt der Wille in der Theologie nitgends vor, und auch nicht das ״Wort“ in dieser Bedeutung, mit Ausnahme einer einzigen Stelle am Ende des Buches, wo in Bezug auf die Schöpfung der intelligiblen Welt der Ausdruck »01^1 gebraucht wird, aber in einer Weise, dass an den Willen im Sinne Gabirol’s gar nicht zu denken ist. Auch der Neuplatoniker Hierokles in seinem Commentar zum aureum carmen der Pythagoreer (Mullach, Fragmenta, S. 419) spricht von einem Alles lenkenden göttlichen Willen (vou.o; iiiv 6 07jjuoupY^ vcö; 7.0.1 q fieia ßoüXrpic q dxomc 7 77 7כטסץ0סק1דrav7<z), und ebenso sagt Hermes Trismegisios, KXstc, ed. Parthey, S. 86, das Wesen des Ersten sei der Wille, Alles zu sein, und ausserhalb dieses Willens könne nichts sein (7] 00:17. g07׳gü 70 fiiXsiv a stva»), aber es fehlt die Hauptsache, die Hypostasirung des Willens. 32) Moreh ha-Moreh, s. 53: ומה שאמר שהחפ׳ן הוא הפועל לכל ובערבי אראדה בן נמצא במפר מקצת חכמי המחקר הקדמונים. Vgi. Guttmann s. 34, A. 1. 33) Mikrokosmos, ed. Jellinek, S. 52.

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