Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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93 dEoXoYixrj des Proclus und wird vielleicht Gabirol bekannt gewesen sein; doch lässt sich dies nicht mit Sicherheit behaupten, da die Anklänge an dasselbe in der ״Lebensquelle״ nicht besonders zahl״ reich sind. Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass eine grosse Anzahl pseudepigraphischer Schriften, zumeist neuplatonischen Inhaltes, die den Namen des Empedokles trugen, im 10. Jahrhundert in Spanien eingeführt wurde und dort rasche Verbreitung fand28). Aus diesen Schriften scheint auch die Darstellung, die Sahr. von der Lehre des Empedokles giebt, und in der neben authentischen Ansichten neuplatonische Anschauungen einhergehen29), geschöpft zu sein. Diese pseudepigraphische Litteratur kommt für uns besonders in Betracht hinsichtlich der Frage, ob wir in der Hypostasirung des göttlichen Willens eine ursprüngliche Anschauung Gabirol’s oder eine blosse Entlehnung vor uns haben. Joel ist der Ansicht, dass auch für die Lehre vom Willen der Keim bei Plotin zu suchen sei, und dass sich noch die ״offene Stelle״ im neuplatonischen System nachweisen lasse, wo Gabirol mit Recht den Willen einschieben zu dürfen glaubte30). Es mag dahingestellt bleiben, ob diese Ansicht richtig ist oder nicht, da ja Gabirol ohnehin nicht unmittelbar aus Plotin schöpfte, weshalb es für uns von untergeordneter Bedeutung ist, ob der Ansatz zur Hypostasirung des Willens sich bereits bei diesem vorfindet. Die Frage liegt vielmehr so, ob Gabirol die Lehre vom Willen in den Quellen, von denen er abhängig ist, fertig vorgefunden, oder selbständig ausgebildet hat. In derThat will Munk den Ursprung dieser Lehre in״der früher erwähnten Theologie des Aristoteles nachweisen, wobei er sich auf die lateinische Bearbeitung der Theologie beruft, in der vielfach vom ״göttlichen Wort״ die Rede ist, welche Bezeichnung auch Gabirol zuweilen für den Willen gebraucht. Allein diese Annahme erweist sich als unbegründet, wenn man den ursprünglichen Text der Theologie vergleicht, in welchem nirgends vom göttlichen Wort als gleichbedeutend mit dem Willen gesprochen wird31). Unter diesen Umständen ist besonders £8) Munk a. a. O. S. 241. 29) Vgl. den längeren Auszug bei Munk S. 242 ff. aus Sahr. II, 260 (H. II, 90). Manche Aussprüche sind wörtliche Entlehnungen aus Plotin, so z. B. der Satz, dass die Theilseelen Theile der Weltseele sind, wie die Theile der Sonne, die über den Zugängen des Hauses aufgegangen sind, wofür es bei Plotin IV, 3, 4 heisst: otov cctoxo«; 7}0Y] -icpoc; ־nrj ־f(j v.aS oixo’j; vjm 00 usyLspiapivou, «XX* ov־o; £vo<; 0C'03v 7jnov. 30) Joel, S. 9 und 49. 31) Vgl. den Nachweis hierfür bei Guttmann S. 31, A. 2. Ob wir es aber 7