Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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91 Brüdern macht Haneberg24*) aufmerksam, und auf einzelne Spuren seiner Benützung werden wir selber hinweisen. Es bildete jedenfalls eine sehr wichtige Quelle, welche den Arabern neuplatonische Anschauungen zuführte. In wieweit jedoch Gabirol von demselben beeinflusst worden ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit angeben. Sicherlich aber wird dies nicht die einzige Quelle sein, der Gabirol die Kenntniss der neuplatonischen Philosophie verdankte, da für einzelne Anschauungen, die wir in der ״Lebensquelle״ finden, ein Beleg in der Theologie des Aristoteles sich nicht nachweisen lässt25). das nicht bloss potentiell, sondern actuell ist, worauf fortgefahren wird: /.nizoi xö ast yivsiv zb auxo stxsp xo ouva^.21 s£־si, xctö־* sauxo £’.q ivspfs'.av 7j§e». Das giebt keinen Sinn, wie sich aus der Uebersetzung Müller's ergiebt: Freilich, wenn dem potentiell Seienden das Verharren in steter Identität mit sich selbst zukommen soll, so wird es an und durch sich selbst zur Wirklichkeit gelangen. Hingegen hat Theol. S. 38 (Uebers. S. 39): ״Das actuell Seiende jedoch wird bloss auf sich selbst blicken und das Potentielle verwirklichen, indem.es selbst in einem Zustand verharrt, da es doch nicht ein Anderes werden wird und in Wirklichkeit ist, was es ist.“ Es ergiebt sich daraus, dass a£s». anstatt rj?£1־ zu lesen ist, wie eine Hand- Schrift thatsächlich hat, und auch der Sinn ist im Ganzen klar, wenn auch im Uebrigen der Text verschieden emendirt werden kann. Vielleicht ist bloss ouvdu.31 in £vsp*fst<z umzuwandeln, vielleicht auch ist zu lesen: xo [ivsp^ia] dz\ jiivov xo «uxo eticsp zo oovausi a£s1, oder auch es ist im letzteren Falle s£si beizubehalten und vorzusetzen, das heisst: Das Actuelle kann das Potentielle verwirklichen, auch wenn es dieses nicht hat, während das Potentielle keineswegs sich selbst verwirklichen kann, wenn nicht das Actuelle zuerst vorhanden ist. 24a) a. a. O. S. 4. Vgl. Steinschneider, Hebr. Uebers״ S. 241 ff. 25) Das Gleiche gilt vom Verfasser des תורות הנפש, von dem Guttmann Monatsschrift 1897, S. 454 nachgewiesen hat, dass er die Theologie benutzt hat, bei dem sich jedoch Aeusserungen finden, die nicht der Theologie entlehnt sein können. So z. B. die Bemerkung S. 82 und 86, dass es Pflicht der Denkseele sei, die niederen Seelentheile zu läutern und zu sich emporzuheben, womit Plot. I, 1, 3: 10 03 |JtS[n׳|־pivov ozwaoüv y.a\ abzo sv xa£s1 xoü <5 ypdjxat, iva xooxo q ©iXosocpt« xai abzb hzizzpivq xpoc zb ypojusvov zai xo ypdj[Lzvov dizd^-q .... d~b xoü to ypqzai. Bemerkenswerth ist an diesem Neuplatoniker, dass er auch vom Kalam beeinflusst ist, namentlich von Nattam, wie sich aus der Aeusserung (S. 80): והצרפת הנפש השכלית את שתי הנפשות ומצמן(?) דומה לסחיטת מי השושנה מן השושנה והשמן מן הזית ergiebt, weil diese sonderbare Aeusserung die oben (S. 29, A. 44) angeführte Anschauung Nattams über das Verhältniss der Seele zum Körper voraussetzt. Dass er diesen kannte, geht auch daraus hervor, dass er die unter dem Namen Kumün bekannte Anschauung desselben S. 13 bekämpft: ולא נאמר כי ידי‘ הסתירם הנבראים) וגלה בג אחד מהם ביום ידוע scü). — Erwähnt sei bei dieser Gelegenheit noch die auffallende Aeusserung des Meir Aldabi 96 שבילי אמונהd: שהנפש האנושית (vieii. .. תשאר אחר אבדן הגוף בי היא אינה צריכה לנוף כי אם בעבור שיהיה (שהיתה תנאי לחדושו באלו הנוף הוא רשת שבו צדין מן הסבה את הנפש. Man könnte bei dieser Aeusserung vielleicht an die neuplatonische Anschauung denken, wonach die Seele, wenn der Augenblick gekommen, in dem sie zur Erde niedersteigen soll, gleichsam wie mit Zauberbanden erdwärts gezogen werde und einem innem dunklen Drange gehorchen muss (Plot. IV, 3, 13), aber der ganz sonderbaren Vergleichung