Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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89 Wie dem aber auch sei, ob wir es mit einem blossen Irrthum oder einer bewussten Fälschung zu thun haben: das Werk, das auch manche gute Erklärung enthält und noch heute für die Textkritik Plotin’s nicht ohne Werth ist24), trug einmal den Namen des diese Stelle habe mit dazu beigetragen, das Buch dem Aristoteles zuzuschreiben, während in Wirklichkeit hier Porphyrius bloss auf seine Schrift icspl apywv hinweisen wollte. Volkm. hingegen meint, es sei hierbei auf eine absichtliche Irreführung abgesehen. Ebenso, meint Volkm., spricht der Verfasser S. 50 (Uebers. S. 51) von einer Schrift, die er ״Philosophie der Auserlesenen“ nennt, womit auf die angebliche esoterische Philosophie des Aristoteles angespielt wird, um auch hierdurch den Leser im Glauben zu bestärken, dass er ein Buch des Aristoteles vor sich hat. Den Eindruck einer Fälschung macht nach unserer Ansicht auch Theol. S. 42 (Uebers. S. 43), verglichen mit Plot. IV, 7, 8 (ed. Volkm.). Es wird hier die Ansicht des Aristoteles, dass die Seele die Entelechie des Körpers sei, bekämpft, und die Verlegenheit, in die der Verfasser der Theologie hier gerathen musste, wenn er die Täuschung aufrecht erhalten wollte, verräth sich an der Art und Weise, wie er die Stelle wiedergiebt. Er sagt nämlich: ״Wenn man nun einwendet, es stimmen doch die vorzüglichsten Philosophen darin überein, dass die Seele die Entelechie des Körpers sei, die Entelechie aber sei doch keine Substanz ... so antworten wir..." Als einen vollen Beweis wollen wir diese Stelle nicht ansehen, weil Plotin selbst hier den Namen des Aristoteles nicht erwähnt und bloss allgemein ©aal sagt, dass jedoch die Anschauung von der Entelechie als die übereinstimmende Ansicht der vorzüglichsten Philosophen hingestellt wird, erscheint doch auffallend, und es macht den Eindruck, als ob gesagt werden sollte, die Ansicht selbst stehe ein für alle Mal fest, und es frage sich bloss, wie sie richtig aufgefasst werden solle. 24) Manche Verbesserungen nach der Theologie giebt Volkmann, doch sind seine Folgerungen nicht immer richtig, weil er sich, wie er selbst angiebt, nur der Uebersetzung zur Vergleichung bedient. Dahin gehört beispielsweise die Bemerkung Einleitung XXX, es sei ouumjasrai V, 1, 4 (S. 166, Z. 22 ed. Volkm.) verdächtig und werde auch von der Theologie nicht wiedergegeben. Aber gerade das Gegentheil ist der Fall, denn (Theol. S. 109) bedeutet wörtlich: und Schweigen wäre die nothwendige Folge. Volkm. wurde also durch die Ueber- Setzung Dieterici’s, der hier ^+*2 sinngemäss durch ״Stumpfheit“ wiedergiebt, irre geführt. Ebenso ist IV, 7, 8 (S. 131 Z. 12): otov [st] 7ן yLoxoTTj«; ןו *cou piLtxo«; ... die Einschiebung des st mit Berufung auf die Theologie unberechtigt, abgesehen davon, dass diese Einschiebung keine Verbesserung ist. Auf einige von Volkm. nicht beachtete Varianten möchten wir hier aufmerksam machen. IV, 7, 8 (S. 131 Z. 24): Xöyoüq auTouc; xat aaa)|J1a1:0ü<; wird in der Theologie S. 34 (Uebers. 34) wiedergegeben durch: Begriffe, die weder materiell noch körperlich sind. Der Paraphrast scheint also ätkouz anstatt gcOtoü; gelesen zu haben. Plot. VI, 7, 13 (S 441 Z. 28): xo 03 y1ST«Jfü 7uav dpa tocicsp ׳}־paytpj, 7} toaiusp sTspov atoyta. Theol. 89 (Uebers. 90): (lies ^!) Loli. Die letzten Worte bedeuten: eine Linie oder ein fester Körper, und der Paraphrast las crcspsov anstatt sxspov, welche erstere Leseart zweifellos richtig ist. Plot. das. S. 441, Z. 10: Ion o’aÜT0>v 7ן otov p07j ix 1ua<; 17ןןמfc. Nach Theol. S. 88 (Uebers. S. 89): ^>3