Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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88 hafte LA in den von ihm selbst zusammengestellten Enneaden irre leiten lassen konnte. Es lässt sich daher die Annahme, die Theologie als Ganzes stamme von Porphyr her, nicht aufrecht erhalten, und es bleibt bloss die Möglichkeit übrig, dass der unbekannte Verfasser einzelne Schriften des Porphyr bei Abfassung seines Buches benützt habe. Als eine Entlehnung von Porphyrius betrachtet Volkmann die Inhaltsangabe am Ende des Buches, und auch manche Erklärungen im Buche selbst dürften vielleicht auf Porphyrius zurückgehen, wobei noch zu untersuchen wäre, ob nicht Spuren einer doppelten Bearbeitung sich nachweisen Hessen22). Doch können wir uns hier nicht auf diese Frage einlassen und wir erwähnen bloss noch kurz das Resultat, zu dem Volkmann gelangt. Danach liegt uns im Buche der Theologie eine bewusste Fälschung vor, sei es, * dass Abdu-l-Mesih selber der Fälscher war und das griechische Original nie existirte, sei es, dass dieser selbst von einem Anderen, der sein eigenes Machwerk unter dem Namen des Aristoteles cursiren lies, getäuscht worden ist. Die letztere Annahme erscheint uns darum einleuchtender, weil sich unter dieser Voraussetzung die vielen Verstösse besser erklären lassen. Was die Beweise einer absichtlichen Irreführung betrifft, so glaubt Volkmann solche im Buche selbst gefunden zu haben. Auf eine Stelle, welche die Behauptung Volkmann’s unterstützt, möchten wir selbst hinweisen23). (beständig) opä gelesen zu haben, doch lässt sich über diese Leseart streiten. — S. 5 (Uebers. S. 6): Ist aber die Seele von der Sehnsucht nach den Theildingen erfüllt, die Abbilder ihrer universellen Formen sind u. s. w., was eine Wiedergabe von Plot. IV, 7, 13 ist: os oioixsiv ßouXTjfi-sTaa tiovoupivr] xai .... Der Paraphrast las jjlijjloüjjlsvy] anstatt ^ovouasvy]. Die Beweise Hessen sich noch vermehren, aber die angeführten Beispiele reichen hin, um darzuthun, dass viele Missverständnisse in der Theologie auf fehlerhafter Leseart in Plotin beruhen, so dass man mit Volkm. die Autorschaft des Porphyrius in Bezug auf die Theologie bestreiten muss. 22J Diesen Eindruck empfangt man, wenn man Theol. S. 19 (Uebers. S. 19) mit Plot. IV, 4, 2 vergleicht. Mit dem Absätze .. . Jo Li JL3 ^13 (= akV ei ouxw rcoisi jjisxaßaTwXst xa<; vorpzic) beginnt die Erörterung, ob im Geiste eine Veränderung stattfindet, und dieselbe Frage wird S. 20 JoL’i nochmals aufgenommen, und wir erhalten im Ganzen drei Antworten in Bezug auf dieselbe Frage, die man jedoch schwer im Text des Plotin unterbringen kann, weil dort bloss an zwei Stellen Geist und Seele gegenübergestellt werden, abgesehen davon, dass auch vom Inhalt der Antworten wenig in Plotin steht. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass bei Plotin etwas fehlt, so dass erst geprüft werden muss, was wahrscheinücher sei, ob die Annahme einer doppelten Bearbeitung oder einer Lücke bei Plotin. 28) S. 2 (Uebers. S. 2) beruft sich der Verfasser der Theologie auf das, was er in seinem früheren Buche ״Metaphysik“ auseinandergesetzt hat. Rose meint,