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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
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84 jedoch von vereinzelten Spuren scheint Plotin den Arabern nicht bekannt gewesen zu sein, wozu vielleicht die Namensähnlichkeit mit Plato, mit dem er leicht verwechselt werden konnte, viel beigetragen haben mag. Wir müssen daher für die ausgebreitete Bekanntschaft mit der neuplatonischen Philosophie, die wir bei Gabirol antreffen, secundäre Quellen annehmen. Als solche haben wir nach Munk das grosse Gebiet der pseudepigraphischen Litteratur zu betrachten, von der eine grosse Anzahl von Schriften neuplatonischen Inhalts den Arabern bekannt war. Unter diesen Schriften verdient eine eingehendere Erwähnung die sogenannte Theologie des Aristoteles, die lange Zeit hindurch bloss in der lateinischen Uebersetzung bekannt, neuerdings durch Dieterici im Arabischen zugänglich gemacht wurde, und deren Ursprung noch nicht genügend aufgehellt ist17). Nach der Ueberschrift haben wir ein Werk des Aristoteles mit dem Commentare Porphyr’s vor uns, das von dem Syrer ‘Abdu-l-Mesih ins Arabische übersetzt worden ist. Diese Uebersetzung ist sodann noch von Al-Kindi durchgesehen und berichtigt worden. Wie V. Rose richtig gezeigt, ist das eigentlich der zufriedenstellende, hinreichende Beweis, so viel wie der Wahrscheinlichkeitsbeweis, im Gegensätze zum apodiktischen, vgl. Cusari I, 68: אלחגג אלמקנעה (dialektische Beweise) im Gegensätze zu אלחגנ אלקאטעה (entscheidende Beweise). Ebenso wird hier wohl bedeuten Wahrscheinlichkeit im Gegensätze zur apodiktischen Gewissheit. Lehrreich ist für die technische Bedeutung des Wortes Moreh I, 74, 6, wo von einem Beweise der Mutakallim gesagt wird: פהדיא טריק מקנע גדא. Ribbon: ווה דרך מספיק מאד). Allein, man begreift nicht, wie M. diesen Beweis als sehr zufriedenstellend bezeichnen kann, da er doch gleich darauf ausführt, dass derselbe bloss auf einer Doppelsinnigkeit des Wortes אפשר beruht. Daher meint auch Kreskas, dass die Worte ironisch zu verstehen sind. Ebenso scheint Munk die Schwierigkeit gefühlt zu haben, er übersetzt daher (I, S. 429): . Voilä une methode (qui peut paraitre) tres satisfaisante. Allein die von Munk in der Absicht, die Schwierigkeit zu mildern, in Klammern hinzugefugten Worte stehen eben nicht im Texte, und ebenso fehlt eine Andeutung, dass die Worte ironisch gemeint sind. Es verhält sich vielmehr so: Durch die technische Anwendung hat das Wort seine ursprüngliche Bedeutung eingebüsst. Der bloss zufriedenstellende Beweis ist im Gegensätze zum apodiktischen ein mangelhafter, schwacher, bloss dialektischer Beweis, und so wird aus רהדא מדייק מל,נע גדא (eig. ein sehr zufriedenstellender Beweis) gerade das Gegentheü des ursprünglichen Sinnes, nämlich: ein durchaus nicht zufriedenstellender, mangelhafter Beweis oder ein in hohem Grade bloss dialektischer Beweis. n) Die erste lateinische Uebersetzung wurde von Petrus Nicolanus Castellani nach einer italienischen Uebersetzung des Moses Arovas angefertigt und auf Veranlassung des Papstes Leo X. in Rom 1519 gedruckt. Ueber die später erschienenen lateinischen Uebersetzungen vgl. Haneberg, Sitzungsberichte der Kgl. bayerischen Academie der Wissenschaften, philosophisch-historische Classe 1862, S. 2.

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