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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1900-01-01 · 1900 · page 9

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
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83 Diese Frage jedoch hängt mit der anderen zusammen, auf welchem Wege der Neuplatonismus zu den Arabern und jüdischen Religionsphilosophen gelangt istj3). An sicheren Anhaltspunkten fehlt es hierüber, doch wird Gabirol schwerlich seine Kenntniss der neuplatonischen Philosophie unmittelbar aus Plotin geschöpft haben, da von einer Uebersetzung der Enneaden ins Arabische nichts bekannt ist14), und da selbst der Name Plotins nur äusserst selten in der arabischen Literatur genannt wird, wenn er auch nicht so gänzlich unbekannt war, wie Munk meint15). So wird von ihm unter der auffallenden Bezeichnung Al-Seich Al-Jaunani (der griechische Meister) eine Anzahl von Aussprüchen mitgetheilt, für die Erdmann die Quelle in Plotin nachgewiesen hat16). Abgesehen 13) Vgl. Joel, S. 5. 14) Doch behauptet vielleicht Renan, Averroes et l'averroisme, S. 71 zu viel, wenn er sagt, dass wir die genauesten Nachrichten über die griechischen Autoren, die ins Arabische übersetzt wurden, haben. Mit solch apodiktischer Gewissheit kann man darüber nicht reden, schon aus dem Grunde nicht, weü hinsichtlich der Büchertitel Irrthümer leicht Vorkommen. 15) Vgl. Steinschneider, Al-Farabi, S. 115, A. 50 und S. 254 und die Bemerkung Simonsens bei Guttmann a. a. O. S. 25, A. 1. 16) Die von Sahr. II, S. 334 (H. II, S. 192) im Namen des Seich Al-Jaunani mitgetheilten Aussprüche sind von Erdmann als Plotinisch erkannt worden, vgl. H. II, S. 429 A. Nur bezüglich des Ausspruches über Materie und Form, womit Erdm. Plotin II, 4, 10 vergleicht, möchten wir bemerken, dass eine Aehnlichkei^ schwer zu entdecken ist. Hinsichtlich des Ausspruches, dass im Schöpfer nichts von den Dingen sei, weder Vernunft, noch Qualität, noch Form, und dass er die Dinge lediglich durch sein Sein und dadurch, dass er sie wusste, hervorgebracht habe, ist, abgesehen von den Schlussworten, Plot. VI, 9, 3 zu vergleichen: ooxs 03v 1־ oute 7c010v oute tcooov oute voüq oute Vom letzten Ausspruch lautet der Schluss: bL JJijJl xi! lA-Sö•) JxlftiL J־־? y~^y ^vi>oiy l*jI L* OutJ was nach H. bedeutet: ״der ersteThätige aber bedürfe bei seinem Hervorbringen der Dinge keiner Einsicht und keines Denkens, was darin liege, dass er die Ursachen ohne Schlussfolgerung erreiche, vielmehr die Dinge hervorbringe und ihre Ursachen vorher wisse, die Einsicht aber, das Denken, die Ursachen, der Beweis, das Wissen, die Zufriedenheit und alles Uebrige, was dem gleich sei, nur Partielles und er Derjenige sei, welcher es geschaffen, wie würde er also dazu seine Zuflucht nehmen, da sie doch nicht da waren?“ Anstatt ״Einsicht“ wäre vielleicht richtiger ״Ueberlegung“ zu setzen.; was aber besonders auffällt, ist das Wort ״Zufriedenheit“, das hier gar nicht in den Zusammenhang passt. Wir glauben daher, dass gjJüil hier in einer Bedeutung zu nehmen ist,. welche bei Frey tag und Dozy nicht verzeichnet ist, und zwar wäre an den Gebrauch des Verbums in der vierten Form zu denken. So heisst

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