Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
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- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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81 in Bezug auf welche Joel mit Unrecht auf Plotin verweist11׳). Im Allgemeinen jedoch tritt die Abhängigkeit Gabirol’s von Plotin so deutlich hervor11), dass es trotz aller Differenzen nicht angeht, den die Aristotelischen Kategorien auf die intelligible Welt zu übertragen, ist bei Gabirol nicht ganz neu, wie Joel S. 20 anzunehmen scheint; ein Ansatz dazu findet sich bei Plotin, wenn auch die Ausführung verschieden ist. III, 21 (B. III, 27, s. 144): ותמצא הזמן נוכח הדהר ותמצא המקום נוכח מעלות אלו העצמים בקדימותם ואחורם ותמצא ההנחה נוכח הנשיה, piotin v, 9, 10: am 02 ypovou aidnr 6 02 td^oc; 2x21 vospuK ׳co akko sv akko). 10) Hinsichtlich der Unterscheidung zwischen ersten und zweiten Substanzen und ebenso zwischen ersten und zweiten Accidenzen, F. II, 11 (B. II, 6, S. 35) verweist Joel (S. 18) auf Plotin VI, 1, 2. Allein die Bezeichnung erste und zweite Substanz wird dort nur beiläufig erwähnt als eine von Aristoteles her bekannte Unterscheidung, mit der jedoch Plotin selbst, wie sich aus VI, 3, 4 ergiebt, keineswegs einverstanden ist. In der That lässt sich diese Unterscheidung höchstens vom Standpunkte des Aristoteles rechtfertigen, der alle Wirklichkeit in das concrete Einzelding verlegt, von dem entgegengesetzten neuplatonischen Standpunkte aber, wonach gerade das Allgemeine das wahrhaft Seiende ist, lässt sich dieselbe nicht aufrecht erhalten und wird auch von Plotin consequenter Weise verworfen, indem er an der erwähnten Stelle bemerkt, es verhalte sich in Wirklichkeit umgekehrt, da die Einzeldinge nur durch Theilnahme am Allgemeinen existiren. Wenn wir daher die Aristotelische Unterscheidung bei den Neuplatonikern, wie z. B. bei Gabirol und Ibn Saddik, finden, so ist dies auf den Einfluss des Porphyrius zurückzu־ führen, der dieselbe beibehält und zu rechtfertigen versucht, vgl. ’Ef;7j־p)(31<; 23b, Prantl, Geschichte der Logik I, S. 634, Zeller (3) 3, 2, S. 642, A. 2. Was schliesslieh die Unterscheidung zwischen ersten und zweiten Accidenzen betrifft, die nicht Aristotelisch ist, so ist aus Plotin zu ersehen, wie man zu derselben gelangte. Indem er nämlich die Bezeichnung erste und zweite Substanz zurückweist, bemerkt er VI, 3,9, man könnte mit demselben Rechte auch in Bezug auf die Accidenzen in dieser Weise unterscheiden: xai xal sv Tcotcp xt Xsüxov xat Xsuxov xal Ypap.p.ax1x/} xic, xal YpajjLptGmxrj, d. h. man könnte demnach in der Kategorie der Qualität zwischen der concreten weissen Farbe und der weissen Farbe schlechtweg unterscheiden. Sonderbar Müller: ״Denn auch in einem Dinge von bestimmter Beschaffenheit ist ein bestimmtes Weiss und Weiss, eine bestimmte Grammatik und Grammatik“. Diese Unterscheidung scheint übrigens den Mutakallim eigen gewesen zu sein, von denen berichtet wird, sie hätten zwischen Accidenzen in einem Träger und solchen, die keinen Träger haben, unterschieden, und ebenso zwischen Substanzen in einem Raume und solchen, die keinen Raum einnehmen, Sabr. S. 54 (H. I, S. 81): Gubbai habe angenommen *3 L^j 0UC« צ oUSU' LgJ. Das bedeutet nicht, wie Haarbrücker übersetzt, Gubbai hätte behauptet, dass die Existenzen, welche Accidenzen sind, keinen Träger haben, denn das wäre gleichbedeutend mit der Behauptung, dass die Accidenzen überhaupt nicht in einem Träger und die Substanzen nicht im Raume seien, — ein Widersinn, den man Niemand r in den Mund legen darf. Gubbai behauptet bloss, dass es auch Accidenzen giebt, die nicht in einem Träger, und ebenso Substanzen, die nicht im Raume sind. ״) Diese Abhängigkeit ist um so mehr in die Augen fallend, wenn es sich