Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
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- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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78 Gedankenkreise des Neuplatonismus, es fehlt in demselben so ganz an Anklängen und Berührungspunkten mit den Anschauungen des Judenthums8), dass es gar nicht zu verwundern ist, wenn man in dem Verfasser lange Zeit keinen Juden vermuthete. Wie Munk4) mit Recht hervorgehoben hat, ist die ״Lebensquelle״ vielleicht das einzige Buch in der ganzen jüdischen Litteratur des Mittelalters, das sich nirgends auf einen Ausspruch der Schrift oder der Tradition beruft. Dieser Charakter des Buches mag vielleicht mit dazu beigetragen haben, dass es in jüdischen Kreisen bis auf wenige Aus־ nahmen5) keinen tiefgehenden Einfluss ausübte und mit der Zeit gänzlich in Vergessenheit gerieth. Auf den neuplatonischen Charakter der Gabirol’schen Philo־ Sophie machte bereits Munk aufmerksam, und noch überzeugender daher es früher ואצל השכל heisst, während später אצל החוש gesagt wird. Demnach muss העצם gestrichen werden, oder es muss heissen הכמות) מפורק seil.) אע״פ שהוא מהעצם בעצמו ואצל השכל. Vielleicht wollte F. anfangs so übersetzen, und es ist in Folge dessen מהעצם stehen geblieben. II, 12 (f. 5a, 1. Z.) erscheint die schwerfällige Ausdrucksweise כשתהיה כונתנו בידיעה שעולה nach der Uebersetzung Zweifelhaft. Man erwartet כידיעה nach עליו, wonach dann שנעלה zu lesen wäre. II, 13, vierte z. v. u., ist nach הכמות einzuschieben:[אינה ככדלת מהיסוד השפל וכמו שצורת ועל כן היה :14 ,11 .[השכל מתפשטת בכללות עצם היסוד העליון כמו כן צורת הכמות רשום העצם נראה כשהיה המזג רקיק, während nach dem lat. Uebersetzer hier ein Gegensatz eingeführt wird: ״cum autem complexio fuerit subtilis“. Entweder ist nun autem ein Fehler, oder es liegt ein Missverständnis vor. II, 24 heisst es für אע״פ in der Uebersetzung quia. Wenn man auch der Uebersetzung nothgedrungen denselben Sinn abgewinnen kann, wie dem Auszuge F.'s, so scheinen doch verschiedene Lesearten, vielleicht 3 und , zu Grunde zu liegen. II, 26 sind die Worte: ומפני זה היא מצואה אצלם קמה בהם wahrscheinlich in die folgende Zeile vor ונושאה zu versetzen, und ausserdem muss hier קמה בהם soviel bedeuten wie מקיימת אותם, vgl. IV, 15 Schluss und Munk zur St. — Es würde uns jedoch zu weit führen, wollten wir in dieser Weise fortfahren, und wir verweisen nur noch auf ein Beispiel einer doppelten Uebersetzung. IV, 29 אור טהור גמור ist wahrscheinlich bloss doppelte Uebersetzung eines Wortes, denn IV, 22 (f. 20b, Z. 16) entspricht אור גמור in der Uebersetzung den Worten lumen purum. Das Original hatte wahrscheinlich das Beides, nämlich טהור und גמור, bedeuten kann. An letzterer Stelle ist Z. 12 nach בעצמה anstatt אחדית — אחדות ZU lesen. ואמנם ist nicht schwierig, wie Munk annimmt; es ist beizubehalten, denn es beginnt damit ein neuer Gedanke, und ebenso ist ״et“ in der Uebersetzung nicht zu streichen. 3) Diese Eigenthümlichkeit des Buches hebt bereits Ibn Daud (ed. Weil, S. 2) hervor: בספרו) האומה לבד אבל הוא בענין ישתתפו בו כל Sci1.) ולא ייחד בו מיני האנשים. 4) Melanges 260, A. 2. 5) Zu diesen Ausnahmen sind in erster Reihe zu rechnen Moses Ibn Ezra, Abraham Ibn Ezra und Josef Ibn Saddik, vgl. Guttmann, die Philosophie des Salomo ibn Gabirol S. 40 ft