Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
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- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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II. Die Psychologie der jüdischen Neuplatoniker. A. Gabirol. 1. Kapitel. Einleitendes. Gabirols allgemeiner philosophischer Standpunkt. Quellen der neuplatonischen Philosophie bei den Arabern. Das Gabirol zugeschriebene Buch ״de anima“. Auf eine andere philosophische Richtung als im Morgenlande stossen wir in Spanien, das lange Zeit ton- und richtungangebend für die Juden der benachbarten Länder war, und wo seit dem zehnten Jahrhundert durch das Zusammentreffen mehrerer glücklicher Umstände alle Zweige des Wissens einen mächtigen Aufschwung nahmen und allmählich zu hoher Blüthe gelangten. In der Religionsphilosophie sehen wir den Neuplatonismus dem später mit Maimuni zur Herrschaft gelangenden Aristotelismus vorangehen. Am entschiedensten wird die neuplatonische Richtung von Salomo Ibn Gabirol vertreten, dessen Identität mit dem von den Scholastikern des dreizehnten Jahrhunderts vielgenannten Avicebron Munk zuerst entdeckt und nachgewiesen hat1). In seinem philosophischen Hauptwerke, der ״Lebensquelle“2 * * * 6), bewegt sich Gabirol so ganz im 1j Litteraturblatt des Orients, 1846, No. 46. 2) Von diesem in arabischer Sprache und in Dialogform zwischen Meister und Schüler verfassten Werke besitzen wir bloss den von Falakera angefertigten Auszug, den Munk in seinen Melanges veröffentlicht, und die lateinische Ueber- Setzung von Gundisalvi, die Baeumker 1895 herausgegeben hat. Wir citiren die Uebersetzung mit B., den Auszug mit F. Der Herausgeber der Uebersetzung hat diese mit dem Auszug verglichen und die Abweichungen in den Noten angemerkt, hat jedoch trotz grosser Sorgfalt eine kleine Nachlese übrig gelassen. Ausser einzelnen Stellen, die wir später erwähnen werden, wollen wir hier auf einige Beispiele hinweisen, bei welchen eine Vergleichung zur Feststellung der richtigen LA verhilft. F. I, 7, wo Munk das handschriftliche האחד in אחד emendirt, ist האחר zu lesen. I, 8 ist das handschriftliche יא״, das Munk in אי emendirt, beizubehalten. 11,1 (foi. 3b, z. 9) ist ומקצתן נשואות במקצתן anstatt 2 ומקצתן נישאות למקצתןU lesen. II, 5, dritte Z. v. u. ist ויתחייב שיהיה משיג אותם zweifelhaft, da davon im Vordersätze (ואם היה השכל משיג) ausgegangen wird. Die Uebersetzung hat continens, und dem entsprechend ist vielleicht נושא zu lesen, so dass der Schluss zum Anfang (התחייב שתהיה צורת האמת נשואה בעצמו) zurückkehrt 11, 8 gegen Ende ist ואע״ם שהם מפורקים מהעצם בעצמם ואצל השכל comunpirt, und auch die Uebersetzung ist hier unsicher. Der Passus scheint sich auf כמות und עצם zu beziehen, 6