Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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7. Kapitel: SeMaassvort. Die letzte Bemerkung Saadias führt uns auf einen Punkt zurück, der von uns gleich im Eingang berührt wurde und auch für die Beurtheilung seiner Psychologie von Wichtigkeit ist. Er hatte vor Allem das praktische Ziel vor Augen, die Zweifler und Irrenden unter seinen Glaubensgenossen davon zu überzeugen, dass Offenbarung und Philosophie in keinem unversöhnlichen Gegensätze zu einander stehen, dass vielmehr beide zu demselben Ergebnisse hinführen. Es war ihm die Aufgabe zugefallen, in einer von Kämpfen und Gährungen tief durchwühlten Zeit das Judenthum vor Schäden zu bewahren, die ihm sowohl in Folge der durch den Karaismus auch in rabbinische Kreise verpflanzten Bibelforschung, als auch durch die erneuerte Bekanntschaft mit der Philosophie drohten. Die Erstere hatte bei einzelnen radicalen Denkern, wie Chiwwi Albalchi, zu einer heftigen Erschütterung der Autorität der Offenbarungsschriften geführt, sowie andererseits der neu erwachte Trieb zu philosophischen Forschungen und die Bekanntschaft mit den verschiedensten Systemen und Anschauungen für den ersten Augenblick auf das religiöse Bewusstsein einen nachtheiligen Einfluss ausgeübt hatte. Allerlei bedenkliche Anschauungen wurden in Umlauf gesetzt und konnten auf eine günstige Aufnahme in jüdischen Kreisen rechnen. Nicht bloss die hervorragendsten Systeme des Alterthums, die philosophischen Anschauungen Plato’s und Aristoteles’ fanden philosophische Abhandlungen (ed. Dieterici, S. 64) ^"*צי ,JLÄÄjI L♦«* Aus der Zusammenstellung beider Lehren geht hervor, dass Al־Farabi in gleicher Weise wie Saadia einen Zusammenhang zwischen beiden Anschauungen annahm. Diese Aeusserung Al-Farabi’s steht übrigens in einem directen Widerspruch zu den Worten des Immanuel Romi in Machb. c. 28: שם אבונצר יומו רד יען אמר כי התאחדות השכל האנושי עם ה2כל הנפרד הוא מהבלי Hingen •הזקנות ועל אשר האמין גלגול הנפשות האנונות הנכרתות מקרב עמם ובד spricht sich Ibn Sina im Gegensätze zu seiner sonstigen Ansicht in Traites m^stiques, ed. Mehren, II, S. 7 (Isarat ed. Forget, S. 196) bloss gegen die Metempsychose in Thierleiber aus. So scheint es wenigstens dem Wortlaute nach, wenn auch die Gründe, die er beibringt, sich ebenso gut gegen die Metempsychose überhaupt geltend machen lassen. Einer dieser Gründe lautet: J-aäXj yS. Die Uebersetzung Mehrens daselbst S. 9: en outre, tout ce qui est perissable ne pourrait etre doue d’existence reele, habe ich nicht recht verstanden und weiss auch nicht, wie sie sich mit dem Texte decken soll. Die . Worte bedeuten einfach, es würde sich ergeben, dass jedem Vergehen ein Werden entsprechen müsste, jedem Todesfall eine Geburt. Auf die anderen Gründe kommen wir noch später bei der Behandlung der Psychologie Ibn Daud’s zurück.