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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 79

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720975--78-2724743
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73 So berief man sich auf die Worte Mosis (Deut. 29, 14): ״Nicht mit Euch allein schliesse ich diesen Bund, sondern sowohl mit dem, der hier steht mit uns vor dem Ewigen, unserem Gotte, wie mit dem, der hier nicht mit uns ist.״ Daraus schloss man im Sinne jener Lehre, dass die Seelen der lebenden und zukünftigen Geschlechter nicht verschieden seien, so dass in den Anwesenden zugleich die Abwesenden angesprochen und verpflichtet wT0rden seien. Allein der einfache Wortlaut widerspricht dieser Auffassung. Denn da zwischen dem lebenden und zukünftigen Geschlechte unterschieden wird, können jene Worte nur bedeuten, dass die kommenden Geschlechter, die die Lehre Mosis überliefert erhalten werden, ebenso zur Erfüllung derselben verpflichtet seien, wie die Anwesenden und Lebenden. Nicht glücklicher ist der Versuch, in den Worten (Ps. 1,1): ״Heil dem Manne, der nicht gewandelt ist im Rathe der Frevler“ einen Hinweis auf die Seelenwanderung zu finden. Man wollte nämlich in dem Umstande, dass die Zeitform der Vergangenheit und nicht die der Zukunft gewählt ist, eine Bezugnähme auf den Wandel der Seele in einem früheren Leben finden, und meinte, dass die Seligpreisung demjenigen gelte, der auch in einem vormaligen Dasein sündenrein geblieben sei. Allein dies ist eine ganz willkürliche Deutung, denn die Schrift kann selbstverständlich Niemanden im voraus im Hinblick auf sein zukünftiges Verhalten glücklich preisen, sondern nur denjenigen, der sich in seinem Verhalten bereits bewährt hat, weshalb sie mit Recht die Form der Vergangenheit und nicht die der Zukunft gewählt hat. Noch gezwungener und verfehlter sind die Beweise aus Job 38, 14, Ps. 23, 3, Ezech. 37, 9, die zum Theil auf einer völligen Verkennung des Wortsinnes beruhen. Man erweist, schliesst Saadia seine Widerlegung, der thörichten Ansicht jener Männer zu viel Ehre, wenn man so viel Worte auf sie verschwendet und nur die Besorgniss, diese Irrlehre könnte trotz ihrer Absurdität durch die Macht der Verführung sich in weitere Kreise verbreiten, habe ihn dazu vermocht, bei derselben länger zu verweilen142). den Worten: ומזה שהוא גנה לשכל דברים שטבעו מתאוה להם וכר וכאשר ישמר מזה ימצאנו עצב וצער ודאגה• Vielleicht ist aber auch die Analogie bloss allgemein aufzufassen, wie in dem einen Falle der Grund in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit zu suchen ist, ebenso in dem andern. 142) Ueber die verschiedenen Ansichten hinsichtlich der Seelenwanderung im Kreise der Mutakallim vgl. Schreiner a. a. O. S. 62. Von den Gegnern der Metempsychose unter den arabischen Aristotelikern sei hier bloss Al־Farabi erwähnt. Er bestreitet die Präexistenz und die Seelenwanderung zugleich, vgl.

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