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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 76

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 76)
Language
German
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IRI
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— 70 ~ an die Seelenwanderung bekennen, darunter Einige, die es sogar für möglich halten, dass die Seele eines Menschen in einen Thierleib und umgekehrt eine Thierseele in einen Menschenleib gerathe. Saadia geht daran, diese Ansicht zu widerlegen, und besonders lehrreich ist es, aus seiner Polemik zu erfahren, wie man es versuchte, jenen Glauben in die Schrift hineinzuinterpretiren und aus ganz klaren unzweideutigen Stellen herauszulesen. Es sind hauptsächlich vier Irrthümer, an denen jene Ansicht leidet und die der Reihe nach aufgedeckt werden sollen. I. Die Lehre von der Seelenwanderung steht in einem ursächliehen Zusammenhang mit den verschiedenen Theorien der Präexistenz und ist ein Ausfluss derselben. Nachdem nun die Hinfälligkeit dieser Theorien bereits aufgezeigt wurde, ist auch der Lehre von der Seelen- Wanderung die Grundlage entzogen137). II. Die Anhänger der Seelenwanderung berufen sich darauf, dass man an manchen Menschen Eigenschaften von ausgeprägt thierischem Charakter wahrnehme. So gleichet z. B. die Sanftmuth da nicht einzusehen ist, warum Saadia Leuten, die an die Seelenwanderung glauben, die Zugehörigkeit zum Judenthume hätte absprechen wollen. Dieser Glaube wird von Saadia als Thorheit und Wahnsinn bezeichnet, dass derselbe jedoch gegen irgend eine Grundlehre des Judenthums verstosse, wird von ihm nicht behauptet. Davon abgesehen klingt ״Namensjuden״ und ״sogenannte Juden“, mehr modern, und man kann mit Recht zweifeln, ob Saadia, um dies zu sagen, sich nicht anders ausgedrückt hätte, etwa: die sich noch für Juden halten, als zum Judenthum oder zur israelitischen Gemeinschaft gehörig betrachten. Neuerdings hat Poznanski in der Monatsschrift a. a. O. die Hypothese Schmiedls, dass der Ausdruck auf die Karäer abziele, wieder aufgenommen, indem er aus Kirkisanis Kitab al-Anwar nachweist, dass unter den Ivaräern thatsächlich Viele der Lehre von der Seelenwanderung huldigten. Diese seien es, die Saadia von seinem Standpunkte dem Ivaraismus gegenüber als ״Juden nur dem Namen nach“ bezeichnet. Auffallend bleibt es aber trotzdem, warum Saadia sie nicht beim Namen nennt und sich einer Umschreibung bedient. Vielleicht ist die Erklärung in den Worten שהגיעד ,שמצאת״ zu suchen, und die unbestimmte Ausdrucksweise Saadias ist vielleicht bloss ein Hinweis darauf, dass er jene Leute nur vom Hörensagen kannte. שנקדא״ם "הרדים sagt Saadia, das heisst: Genaueres über den Ursprung und die Geschichte dieser Leute ist nicht bekannt, das von ihm Mitgetheilte habe er gerade in Erfahrung gebracht. Wie es sich damit verhalten mag, mit Bestimmtheit kann man sich weder für die eine, noch die andere Auffassung entscheiden. 137) Der Text scheint sowohl bei Tibbon (ותחלת זה שהוא מחזיק בדעת הרוחניים והשלשה דעית האחרים ומי שאינו יודע ב" אנש" דעת ההשנות לקחוהו מדעת השנ״״ם והרוחנ״ים), als auch im Original A-S3 I 3ד*־1־*ן I nicht richtig zu sein. Im arabischen Text ist jedenfalls das zweite im zu verbessern, aber auch dann ist der Sinn zweifelhaft. Das

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