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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 72

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 72)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720975--71-2724736
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iwpgpF — 66 — Die Sehriftbeweise werden von Saadia in dreizehn Gruppen geordnet129). Sie beziehen sich zum Theil auf die Lebensschicksale und die Handlungsweise einzelner Frommen, zum Theil sind es Aus- Sprüche, in denen unser Philosoph eine directe Bestätigung von der Fortdauer der Seele und einer jenseitigen Belohnung und Bestrafung erblicken will. Da die Darstellung Saadias hier etwas in die Breite geht, sehen wir uns gezwungen, diese Beweise stark gekürzt wiederzugeben. Die Schrift, sagt Saadia, erzählt uns von vielen Frommen, die bereit waren, ihre Treue und ihren Gehorsam gegen Gott mit dem Leben zu bezahlen. Diese Handlungsweise lässt sich nur erklären unter der Voraussetzung einer zuversichtlichen Ueberzeugung von einer Fortdauer der Seele und einer zukünftigen Belohnung. Denn welche Hoffnung konnten sie sonst noch hegen, welchen Lohn konnten sie für ihre Hingebung erwarten, wenn mit dem Tode Alles endigt? Die Schrift berichtet uns ferner von dem Schicksale einzelner Frommen, die selber Noth und Entbehrungen litten, für Andere aber Segen erflehen konnten. Gäbe es keine jenseitige Vergeltung, so wäre es doch sonderbar, dass Gott ihr Gebet erhörte, dass sie im Stande gewesen wären, für Andere das zu erwirken, was ihnen selber nicht gewährt ward. Mit dieser indirecten Beweisführung verknüpft Saadia die Widerlegung einzelner Einwürfe, die man gegen den Unsterblichkeitsglauben vorzubringen pflegte, indem man gerade die Schrift zu Hilfe nahm, um aus ihr die Verneinung jenes Glaubens zu deduciren. So wurde geltend gemacht, dass in den bekannten Verheissungen und Strafandrohungen Gottes (Lev. 26,3 ff., Deut. 11,13) nur von zeitlicher Belohnung und Bestrafung die Rede sei, während einer jenseitigen Vergeltung keine Erwähnung geschieht. Saadia glaubt, dieses Stillschweigen lasse sich auf eine doppelte Weise erklären. Erstens sei es Gepflogenheit der hl. Schrift, bei Dingen, die sich uns durch blosses Nachdenken ergeben und als eine Forderung der Verunft heraussteilen, sich mit S. 250 in den Erörterungen Saadias (S. 138) in Betreff der von Plato und Anderen angenommenen Präexistenz der Seele findet. Thatsächlich sagt Saadia auch nur: ואם יטעון טוען וייאמר כאשר הכשרת עמידת הברואים עמו באחרית הזמן באין תכלית יבשר ג״כ שיהיו הברואים עמו בתחלת הזמן באין תכלית? das heisst: wendet Jemand ein, wenn du eine ewige Existenz der Seele a parte post für möglich hältst, warum nicht auch eine solche a parte ante? Nicht aber bedeutet dies, wenn du das Eine für noth wendig hältst, warum nicht auch das Andere? Ein solches zugeständniss hinsichtlich der Fortdauer macht Saadia dem Gegner keineswegs. 39ג) Em. s. 131 ist anstatt ואזכור ... י*ג מנין zulesen ולא אזכור מז הדברים הכתובים בזה הענין כי אם י״ג פנים, wie bereits Bacher, die Bibelexegese der jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters vor Maimuni S. 33 A. 1 bemerkt.

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