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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 70

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 70)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720975--69-2724734
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Lehre von der Unsterblichkeit nicht bekennen. Vielmehr ist es eine natürliche Consequenz ihrer Ansicht, dass die Seele mit dem Körper vergehe und sich auflöse. Die Platoniker und die Anhänger der verschiedenen Emanationssysteme heben die individuelle Fortdauer auf und lassen die Seele nach dem Tode zur Urquelle zurückkehren, aus der sie stammt. Auf eine Widerlegung dieser Ansichten kann Saadia hier verzichten, da die Einwände, die sich gegen dieselben erheben, bereits früher vorgebracht wurden. Dafür bemüht sich Saadia, in dem Abschnitt, der von der jenseitigen Belohnung und Bestrafung handelt125), den hergebrachten Unsterblichkeitsglauben, die Lehre von der individuellen Fortdauer durch mannigfache Beweise sowohl von Seiten der Vernunft, als auch der Schrift und Ueberlieferung des Judenthums zu begründen. Charakteristisch für die erste Klasse von Beweisen ist, dass sie durchwegs von ethischen Gesichtspunkten beherrscht sind. Sittliehe Gründe fordern es, dass das menschliche Leben mit dem Tode nicht endige, sondern eine Fortsetzung erfahre in einem Jenseits, das eine Ausgleichung der mannigfachen Widersprüche bringen soll, an denen das diesseitige Leben so reich ist. Dies ist der Gedanke, der mehr oder minder den verschiedenen Argumenten Saadias zu Grunde liegt. Es erscheint unvereinbar mit der Gerechtigkeit und Allmacht des Schöpfers, mit seiner Weisheit und Güte, dass er die menschliche Seele, der er einen so hohen Rang verliehen, die von ihm mit so vielen Vorzügen ausgestattet ist, auf jenes Maass von Glückseligkeit beschränkt habe, das sie hienieden findet. Ist doch in diesem Leben keine Freude rein und ungetrübt, kein Glück vollkommen, vielmehr mit jedem Gut ein Uebel verbunden, mit jeder Lust ein Schmerz, mit jeder Freude ein Kummer, so dass entweder Lust und Schmerz sich das Gleichgewicht halten, oder gar der Letzere überwiegt!126) Undenkbar ist es daher, dass hier die Grenzen ihrer Bestimmung seien, und ihr Endzweck hienieden dieser ewige Wechsel zwischen entgegengesetzten Zuständen sei, vielmehr drängt sich uns die Ueberzeugung auf, dass es eine Stätte geben muss, wo ihrer das wahrhafte Leben und die reine Glückseligkeit harren127). 125) Vgl. Em. S. 130. 26ג) ibid. שכל טובה שיש כעולם יש עמה רעה ועם כל הצלחה עמל ..4 וכל חלקיו שוים וההכרעה לענינים המעציבים על המשמחים. Diese steile wird Magazin, a. a. O. S. 89 nach dem Original emendirt, doch reicht die Emendation nicht aus. Es muss vielmehr וכל gestrichen und dafür gelesen werden: וחלקיו או שוים או ההכרעה. m) Daselbst z. 26: וההצלחה המיוחדת entspricht nicht dem Original SUaJl^l das reine Glückseligkeit bedeutet und als Gegensatz zum

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