Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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- Farabi 1× ep/1026031
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— 63 diese Frage knüpfen123) und heben bloss dasjenige heraus, was mit der einfachen Lehre von der Unvergänglichkeit und Fortdauer der Seele zusammenhängt. Die Materialisten, bemerkt Saadia mit Recht, sowohl diejenigen, welche die Seele als einen Körper betrachten, als auch in noch höherem Grade diejenigen, welche in ihr ein blosses Accidenz des Körpers sehen124), können sich selbstverständlich zur Em. s. 100. Saadia erwähnt drei Ansichten קצתם חושב כי הגמול והענש הם לנפש בלבד וקצתם הושב שהם על הגוף בלבד וקצתם סברם על העצמות בלבד והוא בגימן. Der Irrthum dieser Leute, meint Saadia, ist auf ihre geringe Kenntniss des Sprachgebrauchs der Schrift zurückzuführen, welche die Handlungen der Menschen zuweilen ausschliesslich der Seele, zuweilen ausschliesslich dem Körper zueignet, und an manchen Stellen wiederum von den Gebeinen besonders redet. Je nachdem man sich auf die eine oder die andere Aussage der Schrift stützte, sei man zu den verschiedenen Ansichten gelangt. Allein, sagt Saadia, wir haben es hier bloss mit einer Eigenthümlichkeit des Sprachgebrauchs zu thun, wonach Handlungen, die durch das Zusammenwirken verschiedener Organe zu Stande kommen, abwechselnd dem Einen oder Andern von ihnen zugeschrieben werden. Saadias eigene Ansicht geht dahin, dass Lohn und Strafe sich auf Körper und Seele zugleich beziehen. בי הנפש והגוף יחדיו פעל אחד באשר קדם בתחלת היצירה וייצר ד׳ אלהיים את האדם עפר מן האדמה ויפח באפיו נשמת חיים, wofür es im Arabischen abweichend heisst: sie haben einen Schöpfer Ebenso ist hinsichtlich desselben Ausdrucks s. 101 (ובבר בארנו מצד השכל ומצד הכתוב שהם פעל אחד) und S. 134 zu bemerken, dass es im Original an beiden Stellen heisst: Seele und Körper sind ein Agens, sind zusammen thätig. Was die Streitfrage selbst betrifft, so vermuthet Schreiner a. a. O. S. 18, dass dieselbe im Zusammenhänge stehe mit einer andern Controverse des Mutakallim, ob nämlich das Wort ״Mensch“ sich ausschliesslich auf den Körper oder die Seele oder auf beide zugleich beziehe. Diese Vermuthung mag vielleicht insofern richtig sein, als die Mutakallim möglicherweise die Frage von Lohn und Strafe mit jener Controverse in Verbindung brachten. Ursprünglich aber stehen die verschiedenen Ansichten über den Begriff ״Mensch“ mit der genannten Frage nicht in Beziehung und beruhen auf einer verschiedenen Auffassung vom Wesen der Seele, wie aus Nemesius, nat. hom., c. 1, S. 10, Weltseele ed. Dieterici, S. 164 zu ersehen ist. Namentlich werden diejenigen, die unter dem Begriff ״Mensch“ den Körper verstehen, wahrscheinlich gar keine Vergeltung angenommen haben. Mit der Aeusserung Al-Gazzali’s, Tahufut 87, auf die sich Schreiner beruft, ist Al- Farabi, philosophische Abhandlungen, S. 46, zu vergleichen: I ♦ ♦ ♦ ♦ uXxi 124) Em. s. 103: ואני מסבים לסמוך לדברים האלו זבד מה שנחלקו בו החולקים בעצם הנפש מה היא ואמרו יותר ראוי שתושם גשם ומצאתי אשד אמרו שהיא מקרה הכל חושבים שהיא תמם ותפסד ותמק. Diese Worte verlangen eine vollständige Umstellung und theilweise Ergänzung und zwar muss es nach dem Original S. 207 b ü?J-- כ* L§il '1-icl lv-iA wie folgt heissen: ואמרו [אנה היא שבוש ומצאתי אשר אמרו שהיא נשם אוירי או אשי ויותר אשר אמרו שהיא מקרה הכל חושבים שהיא ובו׳. In ראוי ist noch die Verstümmlung von אוירי zu erkennen.