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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 68

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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IRI
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62 der Mensch in Wirklichkeit erreicht, ist also diejenige, die Gott von vornherein kennt121). Die Ursache, warum wir die Seele beim Verlassen des Körpers nicht wahrnehmen, findet Saadia in der Feinheit und Durchsichtigkeit ihrer Substanz, worin sie der Luft und den Sphären gleichkomme, die wir aus dem gleichen Grunde nicht mit den Sinnen wahrnehmen können122). Zur Erläuterung fügt er folgendes Beispiel hinzu: Wenn Jemand zehn feine Krystallampen in einander und in die mittelste ein Licht setzte, so würde Niemand, der das Licht aus der Feme beobachtet, die zehnfache Hülle wahrnehmen können, weil das Licht durch die Hüllen hindurch geht und die Sehkraft bis zum Lichte gelangt. Welches aber ist der Zustand der Seele nach dem Tode? Wir sehen ab von den weitläufigen. Erörterungen, die sich bei Saadia an 121J Die Darstellung Saadias ist hier nicht durchsichtig genug, und einige Fehler, die sich in die Uebersetzung Tibbons eingeschlichen haben, erschweren noch mehr das Verständniss. Dass vor בדעתו כי הכפש תשאר בגרף (Em. S. 101) einige Worte nach dem arabischen Text zu ergänzen sind, wird bereits von Wolf, Magazin 1880, S. 87 bemerkt, dass aber der Sinn dieser Stelle und ihr Zusammenhang mit dem Folgenden gleichwohl von ihm nicht erkannt wurde, ergiebt sich aus den misslungenen Erklärungsversuchen zu den Worten: 'רעל הבאור הזד. וכי. Der Gedankengang in der Darstellung Saadias ist jedoch folgender: Zunächst erklärt Saadia, ganz unabhängig von der Frage, ob eine Verschiebung der nattirliehen Lebensgrenze möglich sei, dass diese Lebensgrenze nicht etwa durch das Wissen Gottes gesetzt sei, weil das Wissen nicht Ursache für das Sein der Dinge sei, vielmehr richte sich dieselbe nach dem Maass von Kraft, mit welchem der Körper von Haus aus versehen ist. Dies bedeuten die Worte: ואחר כן אומר כי יש פעמים שמוסיף [וממעט] במדד, ההיא נוהמדה ההיא אצלי אינה] בדעתו כי הנפש תשאר בגוף. Erst unter dieser Voraussetzung kann von einer Verlängerung oder Verkürzung der natürlichen Lebensdauer die Rede sein, denn wäre diese bloss durch das Wissen Gottes gegeben, so müsste im Wissen Gottes selbst eine Veränderung angenommen werden. In Wirklichkeit ist dies jedoch nicht der Fall, sondern wenn eine Verlängerung oder Verkürzung eintritt, kennt Gott von vornherein die Lebensdauer, die der Mensch thatsächlich erreicht. Von einer natürlichen Lebensdauer kann man jedoch im Gegensätze zu der wirklich erreichten insofern sprechen, als die ursprünglich verliehene Kraft für die Letztere nicht ausreichte, beziehungsweise dieselbe übertraf. Das besagen die Worte: [1. ועל הבאור הזה יסבור [נסבור התוספת בק׳ן הימים והחסרון נו] אשר יהיה מן החיים לאדם אחר התוספת והחסרון הוא אשר ידעו בוראו שיעמידם על האמת, wobei nach Tibbon im Worte שיעמידם Gott Subject ist und das Suffix sich auf חיים bezieht. Richtiger aber dürfte es vielleicht sein nach dem Arabischen שיעמוד zu übersetzen und als Subject אדם anzusehen. Man wird das längere Verweilen bei dieser Stelle entschuldigen, wenn man die Ausführungen in Magazin a. a. O. vergleicht. 22י) Em. s. 102: ואם יאמר אומר למה לא נראה הנפש כשהיא יוצאה מן הנוף בעבור זכותה והדמותה לאויר בזכותו. Ebenso erklärte Demokrit, dass die Seele wegen der Beschaffenheit und Feinheit ihrer Atome sinnlich nicht wahrgenommen werde, vgl. Siebeck a. a. O. I. S. 57.

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