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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 67

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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IRI
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61 feinen, kalten, Sandelholz einen kalten, feuchten Geruch und ebenso andere Riechstoffe. Mit einander jedoch verbunden, so dass sie sich gegenseitig mässigen, üben die verschiedenen Geruchsarten eine wohlthätige und angenehme Wirkung aus. Wenn daher, schliesst Saadia seine Erörterung, die harmonische Mischung, wie an den angeführten Beispielen aus dem Reiche des Sinnlichen gezeigt wurde, überall einen wohlthätigen Einfluss ausübt, das Uebermaass aber schädlich ist, um wieviel mehr muss der Mensch hinsichtlich seiner Neigungen und Ziele darauf bedacht sein, zwischen denselben ein gewisses Gleichgewicht herzustellen und keinen von ihnen über Gebühr auf Kosten der anderen vorherrschen zu lassen. 6. Kapitel. Leben und Tod. Unsterblichkeit. Seelenwanderung. Wie das Leben nach Saadia durch die Verbindung von Seele und Körper entsteht, so ist der Tod nichts Anderes als eine Auf־ lösung dieser vorübergehenden Verbindung, die Trennung Beider von einander119). Das Maass für die Dauer ihrer Gemeinschaft wird von Gott von vornherein festgesetzt, und jeder Mensch hat demnach eine natürliche Lebensgrenze, welche von der Schrift קץ (Lebensende) genannt wird. Diese Lebensgrenze ist nicht durch das Vorherwissen Gottes gesetzt, der von vornherein die Lebensdauer jedes Einzelnen kennt, denn durch das Wissen Gottes wird nicht das Wesen der Dinge geändert. Es richtet sich vielmehr die natürliche Lebensdauer nach dem Maasse von Kraft, mit welchem der Körper von Geburt an ausgestattet und das auf eine bestimmte Anzahl von Jahren im Voraus berechnet ist. Daher ist es auch möglich, dass Gott eine Verlängerung oder vorzeitige Verkürzung der bei der Geburt gesetzten Lebensfrist eintreten lässt, indem er die ursprüngliehe Lebenskraft erhöht oder vermindert120). Die Lebensdauer, die 119) Em. S. 101. Bekanntlich ist dies die Platonische Definition vom Tode, vgl. Phaedo 64 C, wo es vom Tode heisst: Apa aXXo xt q ttjv ־rij; a״co toü au)y.«T0<; ä%aKka־('qv; 120) Die Frage, ob es möglich sei, dass Gott die Lebensdauer eines Menschen verlängere, wurde in den Kreisen der Mutakallim vielfach erörtert, wie aus dem Citat bei Frankl a. a. O. S. 49 zu ersehen ist, vgl. Guttmann S. 208 und Schreiner a. a. O. S. 18 A. 3. Daraus, dass in der Schrift häufig von einer Verlängerung der Lebensdauer, als Lohn der Frömmigkeit, und von einer Verkürzung, als Strafe des Gegentheils die Rede ist (Sprüche 10, 27), ferner aus den Erzählungen, die von einer solchen thatsächlichen Fristerstreckung und Verkürzung der Lebensdauer berichten, schliesst Saadia, dass Beides möglich sei. Vgl. Commentar zu den Sprüchen S. 26 und 61, wo noch auf Babli Joma 9 a hingewiesen wird, ferner Commentar zu Jesaia s. 115, סמי הנא אלמות אלטביעי ואלאכר גיר אלטביעי.

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