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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 66

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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Anzahl von Lustempfindungen hervor und erzeugen in der Seele mannigfache, den Mischungsverhältnissen entsprechende Stimmungen117). So setzt die* Verbindung von Roth und Gelb die Gelbgalle in Bewegung und weckt in der Seele das Kraftgefühl des Muthes und der Stärke. Schwarz und Gelb, wirkt auf das Phlegma ein und erzeugt in der Seele ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und Muthlosigkeit. Ebenso setzt die Verbindung der vier Farben, Weiss, Schwarz, Roth und Gelb, das Blut in Bewegung und die Seele fühlt in sich die Macht zum Herrschen und Regieren. Hingegen erregen Gelb und Grün die Kraft der Schwarzgalle, und der Seele bemächtigt sich ein Gefühl der Verzagtheit und Trauer. In gleicher Weise afficiren die anderen Mischungen die Seele und rufen entsprechende Veränderungen im Organismus hervor. Nicht anders verhält es sich auf dem Gebiete des Gehörs, im Reiche der Töne. Nicht mit einander verbunden erregen sie nur eine Eigenschaft der Seele und sind zuweilen von schädlicher Wirkung, mit einander verbunden setzen sie die Kräfte und Eigenschäften derselben in gleichmässige Bewegung und üben eine harmonische Wirkung aus. Auch hier ist die Wirkung verschieden und mannigfacher Art, indem je nach der Verbindung der Töne die eine oder die andere Stimmung in der Seele erzeugt wird, und die verschiedenen Grundformen der Musik die Körpermischung verschieden beeinflussen. Daher ist es Sitte der Könige, diese Grundformen harmonisch mit einander zu verbinden, damit sie die Seele in die Stimmung versetzen, welche zur Führung der Herrschaft geeignet macht, so dass sie weder zu einem Uebermaass des Mitleids noch der Grausamkeit, weder zu einem Uebermaass des Muthes noch der Zaghaftigkeit hinneige und das richtige Maass in der Freude weder überschreite noch hinter demselben zurückbleibe. Dasselbe Gesetz herrscht auf dem Gebiete des Geruchssinnes. So hat der Moschus einen warmen, trockenen118), Kampher einen 117) Zum Gedanken, dass allzu starke Sinneseindrücke, weil sie auf die normale Beschaffenheit des Organs schädigend einwirken, als Unlust empfunden werden, vgl. Aristoteles, de anima III, 2, 426 a 30: xed 01a toüto 0p&etps1 sxa3T0v üzspßaXKov .... zoci £v ypwjx7.a1 r/jv 0<[>1v to acpöopa Xtfjuupov Cocpsprfy. Was Saadia sonst noch auseinandersetzt über die Einwirkung auf die einzelnen Säfte findet sich zum Theil bei den lauteren Brüdern (Propaedeutik, 126 ff.), worauf Guttmann (S 287 A 3 ff.) bereits hingewiesen hat. 118) Wenn Tibbon durch מר דרור wiedergiebt, so ist dies nicht falsch (Guttmann S. 289 A. 1), da Tibbon unter מר דרור eben Moschus versteht, vgl. Nachmani zu Exodus 30, 23. Ueber Wärme und Kälte bei den Gerüchen vgl. Kaufmann a. a. O. S. 154 A. 18.

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