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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 65

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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59 קוה אלדכר nicht das Gedächtniss schlechthin zu verstehen hat, sondern bloss das Vermögen, das die Urtheile aufbewahrt, ähnlich wie später die arabischen Aristoteliker in ihrer Lehre von den inneren Sinnen ein doppeltes Gedächtniss unterscheiden. Eine ausführliche Erörterung dieses Punktes würde uns allzu tief in diese Lehre hineinführen, wohin auch die gelegentliche Bemerkung Saadias im Jezirah- Commentar 116) gehört, nach welcher der Sitz der Denkkraft in der Mitte des Gehirns sei. Da wir die Lehre von den inneren Sinnen später an geeigneterer Stelle im Zusammenhänge behandeln wollen, behalten wir uns vor, auf die einzelnen Punkte dort zurückzukommen. Im Anschluss an die Lehre von den Sinneswahrnehmungen mögen hier Platz finden einige Aeusserungen Saadias über die Lust- und Unlustempfindungen, von denen die sinnliche Wahrnehmung zuweilen begleitet ist. Die Zusammensetzungen auf dem Gebiete des Geschmackssinnes und ebenso die Einwirkungen des Tastsinnes sind bekannt und einfach und werden daher von Saadia übergangen. Eine grössere Mannigfaltigkeit weisen die Verbindungen und Mischungsverhältnisse auf dem Gebiete der anderen drei Sinne, im Reiche der Farben, der Töne und Geruchsarten, auf. Während die einfachen, ungemischten Farben die Sehkraft schwächen und auf das Sehorgan schädlich einwirken, daher auch zumeist keine wohlthuende Empfindung erzeugen und die Seele überhaupt in keine starke Bewegung versetzen, rufen die gemischten Farben eine grosse 116) S. 27: Auch in dieser Angabe folgt Saadia einer späteren Quelle und berührt hiermit einen Punkt, der für die Lehre von den inneren Sinnen von grosser Wichtigkeit ist. Die Mitte des Gehirns wird als Sitz der Denkkraft bereits bei Nemesius bezeichnet, nat. hom. S. 93: to JJ13V ouv cpav־:ac5T1xov 7üapa01'0(03i T(j> oiavoYjTixcj) Ta (paivoasva* 03 0־ oiavoyjTixov 7ן oiaLop.siixov 7capaLaßov xo ׳ xp׳\av ־ap«7isu.7i31 0.>־ uv74uoys־j-ixu>• o^avov 03 ־co־j־ou q 07113937־ xoiki'a -00 s־p/3׳pdX00. xat 7i:aps־p/3cpa)aQa xal 7uapaxpavt91a xaLooai xai 6־ iv aouß <j>0ytx07 hi&.rq 03 107 ד uiv a 7״« ׳33 {397׳ apyag xal piCac ~äc, su.7üp0393־v civai xoiklac, cpautsv tou iyxs^aXoo, too 03 017v0yj־ax00 tvjv uiavjv, 03 00־ uvr^ovsüTixoo T7]v 07115937־, dvGqfxaiov 3317־ sTUiosIEai. In dem Beweise für die Localisation der einzelnen Seelenkräfte beruft sich Nemesius auf Galen, der auch die Eintheilung in Vorstellungsvermögen, Denkvermögen und Gedächtniss hat vgl. Opera omnia, ed. Kühn, VII, S. 56. Dieselbe Eintheilung und Localisation der Seelenkräfte haben auch die lauteren Brüder, ed Dieterici S. 220 und 468: £La\JI i»yiilj gLoJI. Vergleicht man diese Angaben mit dem später zu erwähnenden Bericht des Ibn Rosd, Tahafut al-Tahafut S. 132, so gewinnt man einen klaren Einblick in die Entwickelung der Lehre von den inneren Sinnen bei den Arabern.

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