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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 64

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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IRI
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zu den Sprüchen, an welcher von drei Vermögen die Rede ist, die im Gehirn ihren Sitz haben: vom Denken, vom Gedächtniss und von der Urtheilskraft (114 (קוה אלפכר ו*לדכר ואלתמייז). Eine grosse Schwierigkeit bei dieser Eintheilung verursacht die Feststellung, worin sich das dritte Vermögen vom ersten unterscheidet. Nach einer Bemerkung Saadias in der Einleitung zu den Sprüchen wäre der Unterschied nur ein geringer, und die Thätigkeit des Einen würde sich der Thätigkeit des Anderen anschliessen, ohne dass die Grenze genau gezogen werden könnte. Demnach würden sich ihre Leistungen zu einander verhalten wie das Resultat des Denkprocesses zum Denkprocess selber; die Urtheilskraft fällt die Entscheidung nach vorangegangener Reflexion von Seiten des Denkvermögens115). Doch damit ist das Verhältniss der drei Kräfte zu einander noch immer nicht genügend aufgeklärt. Namentlich erscheint es auffallend, dass Saadia, während er als Centrum der Sinneswahrnehmungen das Herz bezeichnet, dem Gedächtniss seinen Sitz im Gehirn anweist, was allen Voraussetzungen widerspricht und völlig unmotivirt erscheint. Es genügt, um die Schwierigkeit hervorzuheben, an die Anschauung des Aristoteles von der Identität des Gedächtnisses und des Gemeinsinnes zu erinnern, wonach nicht einzusehen ist, warum Saadia, trotzdem er mit Aristoteles den Sitz des Gemeinsinnes ins Herz verlegt, eine Trennung beider Vermögen vornimmt. Daraus dürfte jedenfalls zu folgern sein, dass man bei .Saadia unter 114) Derenbourgs Uebersetzung בח השכל והזכרון והבחינה unterscheidet die einzelnen Termini nicht genau, da כה השכל eigentlich Alles einschliesst. Für ■קוה אלפכר wäre richtiger יכח המחשבה und für קוה אלתמייז Würde sich vielleicht auch Tibbons כה ההכרה eher empfehlen als הכהינה, worunter man nicht bloss die Unterscheidung, sondern auch die Prüfung, die Untersuchung selber verstehen kann. 115) In der Einleitung S. 8 spricht Saadia von vier Kräften, die in uns bei der Erwerbung solcher Erkenntnisse, die wir der Mittheilung Anderer oder dem eigenen Nachdenken verdanken, thätig sind. Es sind das Vermögen der Aneignung (קוה אלקבול), das Gedächtniss (אלחפט), das Vermögen der Reflexion (אלכאטר) und das Vermögen der Unterscheidung (אלתמייז Hip). Diese Eintheilung ist mehr allgemein gehalten, denn das Vermögen der Reception oder Aneignung kann nicht ausschliesslich zu den höheren Seelenkräften gerechnet werden, umfasst vielmehr auch die sinnliche Erkenntniss. Wir erfahren jedoch von Saadia an dieser Stelle in welchem Verhältniss קוד, אלתמייי zu קוד, אלפכי oder אלבאטר steht. Die Thätigkeit des Unterscheidungs Vermögens schliesst sich der Thätigkeit des Nachdenkens, der Reflexion an, denn er sagt: וקוד, אלתמייו הי אברא עקיבה אלכאטר לאנהא אנמא תמיו תלך אלפנון ואלצרוב אלתי אדזצרהא אלכאטר. saadia scheint zwischen אלבאטר und אלפבר nicht zu unterscheiden, wenigstens sind keine Anhaltspunkte dafür vorhanden, während bei Bachja, wie wir weiter sehen werden, אלכאטר und אלפכר als zwei verschiedene Vermögen erscheinen,

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