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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 62

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720975--61-2724726
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56 Da nun jedem Sinne ein besonderes Gebiet zugewiesen ist und die Thätigkeit des Gesichtssinnes sich nicht auf die Objecte des Gehörs erstreckt, diejenige des Geschmackes nicht auf die des Tastsinnes, so drängt sich die Frage auf, wodurch wir im Stande sind, die Wahrnehmungen der verschiedenen Sinne auf einander zu beziehen, und wodurch wir die Gesammtvorstellung von einem Gegenstände, bei dessen Wahrnehmung mehrere Sinne thätig waren, gewinnen109). Darauf antwortet Saadia, da die einzelnen Sinne uns jene Gesammtvorstellung nicht liefern können, so muss es einen Centralsinn geben, der die Wahrnehmungen der verschiedenen Sinne in sich vereinigt. Sitz dieses Centralsinnes ist das Herz, das von Saadia auch als Central־Organ der Seele schlechtweg bezeichnet wird. Dorthin werden die Eindrücke der einzelnen Sinnes- Organe geleitet110), wo sie erst zur eigentlichen Wahrnehmung werden111). Die Rolle der Vermittelung übernehmen bei dieser Ueberleitung und Uebertragung der Sinneseindrücke die Pneuma (V)37:£p v.o.i £71־ twv ypojij-dxojv b.rJfj. <j.£v דdv«vT»a סד 'f/.uxo v/A סד Tüixpov, £yo*j.sv« 03 0סד סד 37-גן Uzapw. סד 03 ססד «Lgu c ov u.stg׳Jj 03 3ד סד סנסדססד opiu'j xat דס^ודבס» סד y.<A axpixpvov xa 1 0£0. In dieser Aufzählung fehlt demnach bloss die תפל (\axil) entsprechende Bezeichnung. Hingegen erwähnen die lauteren Brüder S. 201 neun Geschmacksarten, die denen des Saadia bis auf תפל entsprechen, anstatt dessen das Liebliche, genannt wird, vgl. Kaufmann a. a. O. 163 A. 7. 109) Em. s. 34:והוא שחוש הראות אין לו ממשלת על השפע וחוש הטעם אין לו ממשלת על המשוש וכאשר יגיעו חושי האדם לדבר שיש לו מדאה וקול וטעש ומשוש אם לא יהיה מדע תקבץ כו הנפש כל אלה המוחשים לא תגיע אליהם. 110) In dieser Weise erklärt Saadia den Vorgang der Sinneswahrnehmung im Commentar zu den Sprüchen S. 126, תם עלם אלחואם אלתי יודיהא אלסמע ואלבצר אלי אלקלב פתנחפט פייה אלי וקת אלחאגה פינטק אללסאן כה♦ J11) Es ist bei Aristoteles zweifelhaft, wie man sich das Verhältniss zwischen den äusseren und inneren Sinnen zu denken habe, vgl. Baeumker, Aristoteles Lehre von den äussern und innern Sinnesvermögen 1877 S. 78, welcher der Ansicht zuneigt, dass nach Aristoteles den ersteren eine gewisse Selbstständigkeit zukomme, so dass beispielsweise beim Sehen der psychische Act des Sehens sich bereits im Organ vollziehe, wenn auch ״die Vollendung der sinnlichen Erkenntniss, das Bewusstsein um die eigene Sinnesempfindungen und das allseitige Unterscheiden und Vergleichen״ erst im innern Sinne stattfindet. Saadia scheint bestimmter zwischen der blossen physischen Veränderung im Organ und der eigentlichen Wahrnehmung zu unterscheiden, ähnlich wie die lauteren Brüder S. 200: j j «w .צ?! womit Nemesius a. a. 0. S. 77 zu vergleichen ist: 37 03 1דב] al397j315 oix aXXotoaic. 0X~A.cz 01cqv0)31; aXXoujJösoK. dXXotGUToi |3.3v ydp 7ד;/־30.־מ .סד)pt«z, oiaxptvsi 03 7[7ד oTA.Xo׳'ojoiv q «10971ן;; vgl. Siebeck II, S. 191.

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