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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1898-01-01 · 1898 · page 60

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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IRI
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™«■»■1-י■!.w,.».׳>wu.1w1}1111 ,HP' »■■«P1WW1H.|1I*M'■ w. J 1 1 ■WWff — 54 — von Saadia für das Gehör, für das Gesicht und den Geruchssinn die Luft genannt100). Aus dem Wesen der Wahrnehmung, die eine Berührung zwischen Subject und Object voraussetzt, folgt für Saadia, dass wir nur solche Dinge wahrzunehmen vermögen, die mit unseren Sinnesorganen gleichartig, das heisst aus den vier Elementen zusammengesetzt sind101). Er polemisirt daher gegen die Anschauung des Aristoteles, wonach die Himmelskörper aus einem fünften Element bestehen sollen. Wie wäre es in die9em Falle denkbar, meint er, dass wir dieselben mit unseren Augen wahrnehmen? Man müsste denn annehmen, dass auch in unserem Auge etwas von jenem fünften Element vorhanden ist102). 100) Vgl. Em. S. 23. 101) Das. s. 32 וידוע שעינינו אינם משיגים כי אם מה שהוא מאלה הארבעה היסודות כי טבעיהם מתחברים עם טבעי עינינו, vgi. s. 54, wo derselbe Grund gegen die Ansicht von einem Schauen Gottes geltend gemacht wird. Saadia spricht an beiden Stellen von einer Verwandtschaft, welche zwischen dem Sinnesorgan und dem Wahrnehmungsobject vorhanden sein muss, nicht aber von den Medien. Hierdurch entfallen zugleich die Schwierigkeiten, welche Guttmann S. 64 in den Worten Saadias findet. Was den Ursprung dieser Anschauung betrifft, so ist zunächst daran zu erinnern, dass man frühzeitig bereits eine Beziehung zwischen den Elementen und den Sinnen annahm. Von dem Prinzip ausgehend, dass Gleiches durch Gleiches erkannt werde, wollten die älteren Philosophen einen Parallelismus zwischen beiden durchführen, je einem Sinne ein Element entsprechen lassen, geriethen jedoch bei diesem Versuche in Verlegenheit, da sie den fünf Sinnen bloss vier Elemente gegenüber zu stellen hatten, Aristoteles, de sensu 2. 437 a 20: oüx 3U7wQp<EvTSC OS 0C T£~0Cp0C 7ISV1’ 0030.; a0vd־fStv ׳OVTOCl TCSpt, 17׳;יJTS|JLZT7];. Wir werden dieser Anschauung, gegen die sich Aristoteles nicht unbedingt ablehnend verhält, noch später begegnen. Saadia an unserer Stelle nimmt einen solchen Parallelismus zwischen den einzelnen Elementen und den Sinnen nicht an. Es wird vielmehr von ihm bloss im Allgemeinen die Ansicht ausgesprochen, dass die Wahrnehmung eine gewisse Gleichartigkeit zwischen dem Sinnesorgan und dem Object A^oraussetzt. Wie man aus seinen Worten entnehmen kann, betrachtet er dies als etwas Selbstverständliches, als etwas, das Aron selbst sich aus der Natur der Wahrnehmung ergiebt, so dass wir eigentlich gar nicht nöthig haben nach einer besonderen Quelle zu suchen. Indess konnte er für seine Anschauung auch einzelne Anhaltspunkte bei Aristoteles finden. So z. B. wenn de anima II, 5 417 a 2 die Frage aufgeworfen wird, warum es zur Wahrnehmung eines äussern Objectes bedarf und warum die Sinne sich nicht selbst wahrnehmen, da sie doch aus denselben Elementen zusammengesetzt sind, wie die Dinge draussen (r/£1 0’ oüuopuzv ota t׳' ysA tojv ai'albjasojv s'Poi 0׳j ׳::oiooatv aibflrjaiv, syovto; TCDpo; xat 'f/j; za׳ tojv aA.7v.0iv 3T01ys10jv, o>v s3t׳.v rt a1a9־־/ja1; ־/a.tP au־a Ta 3D{1ßsßr]x0Ta toütoi;), so liegt hier dasjenige indirect ausgesprochen, was Saadia in die Form eines Lehr־ satzes kleidet. 102) ln der That haben Einige, um den Parallelismus zwischen den Sinnen und den Elementen durchführen zu können, zu dem Spähren-Element ihre Zuflucht genommen, indem sie dieses als fünftes setzten, und zwar wiesen manche das-

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