Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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…/2720904-2720975--58-2724723- Visual Library
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53 fünf Sinne, vorausgesetzt, dass derselbe unversehrt ist, wahrnehmen, für wahr und wirklich halten dürfen97). Daraus, dass Sinnestäuschungen Vorkommen, folgt nicht, dass wir überhaupt dem Zeugniss der Sinne nicht trauen dürfen, vielmehr ergiebt sich für uns daraus nur die Pflicht, dass wir es nicht an der nöthigen Vorsicht fehlen lassen dürfen, um nicht blosse Einbildungen mit wirkliehen Wahrnehmungen zu verwechseln98). Ueber den inneren Vorgang, der bei der Wahrnehmung stattfindet, die Veränderung, welche das Object im wahrnehmenden Subject hervorruft, spricht sich Saadia nicht aus, doch erinnert die Aeusserung, dass bei jeder wirklichen Wahrnehmung eine Berührung stattfindet, an Aristoteles, und man darf daraus schliessen, dass Saadia die Wahrnehmung als einen BewegungsVorgang betrachtet hat, der vom Objecte ausgehend, durch das Medium der Luft oder des Wassers auf das Sinnesorgan übertragen wird.99) Als solche Medien werden dessen Worten man vielleicht nicht soviel zu suchen hat, vgl. Lautere Brüder S. 203. Die verschiedenen LAA., die Tibbonidische: 1\=בחיש .1] בחישי התנועה] und במשך —) 1^סל oder בהתמדת התנועה) Sind für die Auffassung der Stelle nicht entscheidend. 97) Em. s. 8: ונאמר בי מדע החוש בל אשר יפול נעליו] חושנו האמתי בדבוק אשר בינינו ובינו ראוי שנדע בי הוא הוא באמת באשר השגנוהו אין בו ספק. Tibbon hat den Sinn des Originals nicht genau wiedergegeben, wenn er durch האמת׳ übersetzt. Diese Uebertragung ist um so irreführender, als man denken könnte, Saadia wolle hier zwischen den speziellen Sinneswahriiehiiiungen, die nach Aristoteles immer wahr sind, und den Wahrnehmungen der allgemeinen Eigenschaften der Dinge, die zuweilen täuschen, unterscheiden. Aber an diesen Unterschied denkt Saadia hier nicht, denn ein solcher liegt nicht im Worte und was man sich sonst unter האמתי denken könnte, weiss ich nicht. Offenbar bedeutet nichts Anderes, als unversehrt, ähnlich wie es weiter vom Verstände heisst הנצל מבל פגע, und ist demnach durch בריא zu übersetzen. Ferner ist hier im Original eine Lücke; zwischen und schiebt Landauer die Worte ^ל ,«•Sj l* ein, es ist aber wahrscheinlicher, dass es *xL. La hiess, und dem entsprechend haben wir auch bei Tibbon עליו ergänzt. 98) Saadia führt hier mehrere Beispiele von Sinnestäuschungen an, und wir erfahren aus seinen Worten, dass es Leute gab, welche die Traumbilder für wirklieh und wesenhaft hielten. Schreiner a. a. O, S. 7 A. 1 weist die Quelle für diese Ansicht nach, als deren Urheber von Ibn Hazm ein Schüler Nattams Salih Kubba angegeben wird. Ueber einzelne Textfehler in dieser Partie vgl. ZDMG 37 S. 241. ") Bekanntlich ist es die Ansicht des Aristoteles, dass eine Wahrnehmung nur durch eine Art Berührung (a׳f7j Ttc) zwischen dem Object und dem erkennenden Subject zu Stande kommen kann, vgl. Siebeck a. a. O. II, S. ^37,~ und die gleiche Anschauung ist in dem Ausdruck דבוק ausgesprochen, den Saadia in der A. 97 angeführten Stelle gebraucht.