Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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51 <«#׳ ׳.וי;!1 ן׳ 1 Was die Glaubwürdigkeit der Sinne betrifft, so wird sie an zahlreichen Stellen der heiligen Schrift bestätigt, wozu vor Allem die Schriftstelle (Ps. 115, 5) gehört, die den Götzen die Fähigkeit der sinnlichen Wahrnehmung abspricht95). Ausser den fünf Sinnen werden hier noch zwei andere Vermögen genannt, die Bewegung und die Sprache, was nach Saadia in folgender Weise zu erklären Natur gelegen sind (פי אלבניה ואלענצר), denn ein Ausgleich zwischen diesen Aeusserungen und der obigen Bemerkung Saadias, dass alle unsere Erkenntnisse in der sinnlichen Erfahrung ihren Grund haben, scheint uns nur in der angedeuteten Weise möglich. Ebenso sprechen auch die Stoiker von £a!pu01־ obgleich man auch bei ihnen an angeborene Begriffe im eigentlichen Sinne nicht zu denken hat, vergl. Zeller (3) III, 1, S. 74 f. Es ist aber noch ein besonderer Umstand’ der uns den Vergleich mit den Stoikern nahe legt. Die Stoiker sind es, die zu den allgemeinen gültigen Annahmen den Gottesglauben zählen und auf die Thatsache, dass dieser Glaube sich bei allen Völkern findet, besonderes Gewicht legen. Hier־ durch tritt die bereits oben angeführte Stelle aus dem Commentar zu den Sprüchen S. 127, wo Saadia die Gottesidee zu den Erkenntnissen der zweiten Klasse rechnet, indem er מדע השכל v. 19 (להיות כד׳ מבטחך) angedeutet findet, erst ins rechte Licht. Diese Erklärung erscheint wie ein Nothbehelf um die Klassificirung der Erkenntnissquellen im Schriftworte wiederzufinden, und ist um so auffallender, wenn man an die Thatsache denkt, die Kaufmann (a. a. O. A. 4) mit Recht hervorhebt, dass nämlich die jüdischen Religionsphilosophen in ihren Beweisen für das Dasein Gottes sich nirgends auf das Argument aus dem Consensus gentium berufen. Wir sehen nun, dass Saadia thatsächlich in seiner obigen Erklärung zu Sprüchen 22, 19 auf der stoischen Anschauung fusst. Es ist dieselbe Anschauung, die wir auch bei den lauteren Brüdern (ed. Dieterici, S.213) finden, die einen doppelten Weg unterscheiden, auf dem der Mensch zur Gotteserkenntniss gelangt, einen allgemeinen natürlichen, der allen Menschen eigen ist, und einen besonderen, durch den sich die Propheten und Weisen auszeichnen, das ist der Weg des Beweises* 9כ) Im Jezirah ־ Commentar S. 30 weist Saadia gleichfalls auf die Psalmstelle hin, doch versteht er dort unter פה להם ולא ידברו noch nicht den Geschmack, sondern die Rede und bezieht ולא יהגו בגרונם auf das Denken, vergl. Kaufmann, die Sinne, S. 36 A. 4. Dort wird auch auf Deut. 4, 28 hingewiesen, wo der Tastsinn keine Erwähnung findet. Auf die fünf Sinne wird nach Saadia auch Sprüche 7, 14 ff. Bezug genommen, vergl. Commentar S. 44: ילמא באנת מלאד אלנאם הי מא וקעת עליהא אלבימסה חואם אמני אלבצר אלסמע ואלמשם ואלדוק ואללמם גמעת כמסתהא פי תרניבהא הדא• Der Behauptung Kaufmanns a. a. O. S. 37, dass die Vorstellung von den fünf Sinnen noch bei Saadia als etwas Neues, vorher Unbekanntes erscheine, können wir nicht beistimmen. Nicht wegen der Neuheit und Jugend der Vorstellung, sondern wegen der gegnerischen Behauptung von der Unzuverlässigkeit der Sinne, sieht sich Saadia gezwungen, aus der Schritt die Glaubwürdigkeit derselben zu beweisen, ganz ebenso wie er sich auf die Schrift beruft, um darzuthun, dass wir uns auf die Verstandeserkenntniss verlassen können, weil es Leute gab, die dies verneinten Uebrigens spricht Saadia selber im Jezirah- Commentar a. a. O. von den fünf Sinnen, wie von etwas Bekanntem וחבמינו 0 חמש הרגשותJ.L| ה־ j! Ujuicj קוראים לה׳ החוש־פ חמש הרגשות.