Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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—t—."י■ י- — 44 — die Erlangung eines positiven Nutzens zum Ziele, oder es hat schliesslich Unwissenheit und Irrthum zur Ursache. Da alle diese drei Gründe bei Gott von selbst ausgeschlossen sind, so müssen wir auch die Möglichkeit des Unrechtthuns in Bezug auf Gott verneinen83). Kann man demnach die Vereinigung mit dem Körper nicht als ein der Seele von Gott zugefügtes Unrecht betrachten, so bleibt nichts Anderes übrig, als sie als das zu erkennen, was sie in Wirklichkeit ist, als eine Veranstaltung zu ihrem Nutzen und Heil. Da nämlich die Seele vermöge der Eigenthümlichkeit und Beschaffenheit ihres Wesens ohne ein körperliches Substrat nicht thätig sein kann, wurde sie in den Körper gesetzt, damit sie durch die Gemeinschaft mit ihm zu jener wahren und dauernden Glückseligkeit gelange, zu der sie durch sittliches Handeln, durch Frömmigkeit und Tugend befähigt wird. Denn durch ihr Thun wirkt die Seele nicht bloss nach aussen, sondern auch auf sich selbst, auf ihre eigene Wesenheit zurück, und wie sie durch Sünde sich selbst befleckt und ihre Reinheit trübt, so wird durch Frömmigkeit und Gehorsam gegen Gott ihre Reinheit erhöht und vollendet84). Daher das Wort der Schrift (Ps. 97, 11): ,,Licht ist ausgesäet den Gerechten und denen, die redlichen Herzens sind, Freude“, und (Sprüche 13, 9): ״Das Licht der Gerechten brennt fröhlich“. Freilich vermögen wir dies nicht zu erkennen, und nur Gott allein, der alle seine Geschöpfe kennt, ist im Stande, die Spuren zu prüfen, welche Sünde und Tugend in der Seele zurücklassen. Und wie könnte es auch anders sein! Wenn wir schon die Seele selbst wegen der Feinheit ihres Wesens nicht wahrzunehmen vermögen, wie sollten sich unserem Blicke nicht die Einwirkungen entziehen, die ihr jeweiliges Thun auf ihre Wesenheit ausübt?85) Diese Prüfung der Seelen durch Gott ist es, die von der Schrift mit der Läuterung des Silbers und des Goldes verglichen wird, bei welcher die Grundbestandtheile zurückm) In scharfsinniger Weise findet Saadia, dass die Schrift auf diese drei Punkte Bezug nimmt, Job. 34, 19: ״Der nicht achtet das Ansehen der Fürsten“ verneint die Furcht von Gott; ״und der nicht auszeichnet die Reichen vor den Armen“ deutet darauf hin, dass der Beweggrund irgend eines Verlangens oder Begehrens bei Gott ausgeschlossen ist; ״da sie alle das Werk seiner Hände sind“ verneint Unwissenheit von Gott, da er seine Geschöpfe kennt, um so mehr ihre Handlungen und Thaten, Schuld und Verdienst. 84) Em. s. 99:כי העבודות יוסימו בעצמה אור והעונות מקדירים עצמה ומשחירים אותה, vg1. s. 84. 5יי) Das. s. 85:והוא שהנפש עצם שכלי זך יותי■ מעצם הגלגלים ואנחנו אין אנו רואים אותה בחושנו ואיך יתבאר לנו מה שפועל בעצמה ומעכיר אותה. I——■■——■1 ■י י.־■■■. ..